Sonntag, 28.09.2008

Vorschau Rad-WM Straße

Sprengt Schumi die Spanien-Dominanz?

Spaniens Radprofis haben in diesem Jahr abgeräumt, was abzuräumen ist: Alle drei großen Rundfahrten, den Olympiasieg in Peking durch Samuel Sanchez und den ProTour-Gesamtsieg durch Alejandro Valverde.

Radsport, Schumacher, WM
© dpa

Zum absoluten Rad-Triumph fehlt den Iberern nur noch der WM-Titel im Straßenrennen im italienischen Varese. Über 260 Kilometer erstreckt sich der Rundkurs um die norditalienische Stadt.

"Man hat nicht immer die Chance, Weltmeister zu werden. Aber die Strecke in Varese liegt mir einfach", gibt sich Stefan Schumacher optimistisch, die Phalanx der übermächtigen Spanier zu durchbrechen und nach Heinz Müller 1952 und Rudi Altig 1966 der dritte deutsche Straßen-Weltmeister zu werden.

Ziel: Weltmeister werden

Der Kapitän der deutschen Equipe kratzte bereits bei der vergangenen Weltmeisterschaft in Stuttgart als Dritter am Titel des weltbesten Rennfahrers. Nun will der 27-Jährige das oberste Treppchen bei der Siegerehrung erklimmen: "Ich bin heiß auf die WM. Ich fahre nicht nach Varese, nur um dort mitzufahren. Ziel ist es, einmal Weltmeister zu werden."

Als einen seiner ärgsten Konkurrenten sieht Schumacher den Italiener Paolo Bettini an. Der 34-Jährige Altmeister hat die letzten beiden Weltmeisterschaften für sich entschieden und gilt auch in seiner Heimat als der Topfavorit auf den Titel. "Bettini hat bei der Vuelta einen sehr starken Eindruck hinterlassen. Prinzipiell sind die Italiener und Spanier sehr hoch einzuschätzen" kennt Schumacher seine Widersacher.

Spanien mit Luxus-Aufgebot

Das spanische Team ist mit Vuelta- und Giro-Sieger Alberto Contador, dem dreimaligen Weltmeister Oscar Freire, Olympiasieger Samuel Sanchez und ProTour-Sieger Alejandro Valverde überragend besetzt und wird mit der Doppelspitze Valverde/Freire ins Rennen gehen.

Für Valverde kein Problem: "Wenn ich gute Beine habe, will ich in der entscheidenden Ausreißergruppe dabei sein und im Finale was auf eigene Faust probieren", kündigte der 28-Jährige an. "Wenn es nicht klappen sollte, werde ich für Freire fahren."

Gerdemann muss passen

Den Luxus, die Creme de la Creme des eigenen Landes aufzubieten, kann sich der Bund Deutscher Radfahrer in diesem Jahr nicht leisten. So muss Schumacher auf die Unterstützung von Linus Gerdemann verzichten.

Der Sieger der Deutschland-Tour, der in Topform ein möglicher Mitfavorit gewesen wäre, musste nach einem letzten Härtetest wegen einer Nackenverletzung passen. "Es macht keinen Sinn", sagte Gerdemann, der mit einem Spezial-Trainingslager auf Mallorca noch einmal alles versucht hatte.

Ebenfalls nicht mit von der Partie ist Andreas Klöden. Der Profi vom Team Astana hatte einen Tag nach dem Vuelta-Sieg seines spanischen Teamkollegen Contador seine Saison beendet.

Wegmann mit Ambitionen

Starten, und das zum letzten Mal, wird auf jeden Fall Erik Zabel. Der Vize-Weltmeister von 2006 gab am Rande der WM seinen Rücktritt bekannt.

Als Backup für Schumacher hat Deutschland Fabian Wegmann in Petto: "Meine Form stimmt, der Kurs, den ich schwerer als in Stuttgart im Vorjahr einschätze, liegt mir", sagte der zweifache deutsche Meister Wegmann, der auf fast identischem Parcours 2004 das Rennen Tre Vale Varesine in Norditalien gewonnen hatte.

Optimale Voraussetzungen also, um der schier übermächtigen Konkurrenz aus Spanien und Italien ein Bein zu stellen.

Die deutsche Mannschaft im Überblick:
Marcus Burghardt, Gerald Ciolek, Markus Fothen, Andre Greipel, Christian Knees, Sebastian Lang, Stefan Schumacher, Fabian Wegmann, Erik Zabel

Die Favoriten im Überblick:
Stefan Schumacher (GER), Alejandro Valverde, Oscar Freire (beide ESP), Paolo Bettini, Davide Rebellin (beide ITA), Alexander Kolobnev (RUS), Sylvain Chavanel (FRA)

Torsten Adams

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