"Ich bin clean. Genug gesagt!"

Von Interview: Florian Regelmann
Dienstag, 09.09.2008 | 10:43 Uhr
Usain Bolt
© Getty
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Drei Rennen, drei Goldmedaillen, drei Weltrekorde: Als der Hype um Super-Schwimmer Michael Phelps abklang, übernahm Usain Bolt das Kommando bei den Olympischen Sommerspielen in Peking und spaltete die Welt mit seinen Siegen und seinem Showtalent in Bewunderer und Hasser.

Das eine Lager ließ dem 22-jährigen Jamaikaner uneingeschränkte Bewunderung zuteil werden, für das andere war die Lage eindeutig: Dem Mann stehen die Dopingmittel bis Oberkante Unterlippe.

Im Gespräch mit SPOX lässt er seinen Triumphzug von Peking Revue passieren, nimmt Stellung zu kritischen Themen und erfährt, wer eigentlich Tobias Unger ist. 

SPOX: Wie lebt es sich denn so als schnellster Mann der Welt? Können Sie Ihre Sprinterqualitäten eigentlich irgendwie im Alltag nutzen?

Usain Bolt: Es ist schon ganz angenehm, der schnellste Mann zu sein. Ich denke mal, dass ich kaum einmal den Bus verpassen werde.

SPOX: Wann haben Sie das erste Mal gemerkt, dass Sie ein besonderes Talent haben?

Bolt: Ich war immer schon sehr schnell. Aber erst 2002, als ich mit 15 die 200 Meter bei der U-20-Weltmeisterschaft gewann, dachte ich mir, dass ich wohl richtig gut bin.

SPOX: In Peking sind Sie 9,69 Sekunden über die 100 Meter gelaufen. Wie wäre die Zeit ausgefallen, wenn Sie nicht schon ab der 80-Meter-Marke gefeiert hätten?

Bolt: Mein Trainer hat gesagt, dass es wohl so 9,50 irgendwas geworden wären. Aber das werden wir wohl nie erfahren. Ich war einfach nur glücklich, das Rennen zu gewinnen.

SPOX: Ein Wissenschaftler hat ausgerechnet, dass theoretisch 9,29 und 18,63 Sekunden über 100 und 200 Meter möglich wären. Sind Sie der Mann für diese Zeiten?

Bolt (lacht): Wow, das ist wirklich schnell. Nächste Frage.

SPOX: Über die 200 Meter hatten wir den Eindruck, dass Sie unbedingt den Weltrekord wollten und das Sie genau wussten, dass es um Millimeter gehen würde.

Bolt: Vor dem Rennen habe ich mir gesagt: Okay, ich versuch's. Die Bedingungen waren ideal, die Bahn war ohnehin schnell, und ich habe mich gut gefühlt. Also habe ich bis zum Zielstrich voll durchgezogen.

SPOX: Waren Sie eigentlich überrascht, die Konkurrenz so zu dominieren - auch einen Asafa Powell?

Bolt: Ich dachte schon, dass die 100 enger werden und dass Asafa mein Hauptkonkurrent sei. Aber er hatte keinen guten Tag. Inzwischen hat er aber schon wieder gezeigt, was er wirklich kann (Asafa Powell lief in Rieti 9,77 Sekunden, Anm. d. Red.).

SPOX: Wie sehr ärgern Sie die ständigen Dopingverdächtigungen? Was auch immer Sie tun, sie kommen jedes Mal gleich auf.

Bolt: Ich bin clean. Mehr muss ich nicht sagen.

SPOX: Können Sie verstehen, dass die Öffentlichkeit sich schwer tut zu glauben, dass solche Rekorde ohne Doping möglich sind?

Bolt: Darüber mache ich mir eigentlich keine Gedanken. In allen erdenklichen Sportarten gibt es Höchstleistungen, und das ist es doch, was den Sport so attraktiv macht.

SPOX: Heutzutage haben es herausragende Athleten wie Sie schwer, für Ihre Leistungen die angemessene Wertschätzung zu bekommen. Finden Sie das fair?

Bolt: Es gibt viele Menschen, die unsere Leistungen anerkennen und zu schätzen wissen. Ich habe viel Wertschätzung erfahren.

SPOX: Es gibt auch eine starke Fraktion, die Doping gerne freigeben würde. Was halten Sie davon?

Bolt: Das halte ich für keine gute Idee. Es würde dem Sport schaden.

SPOX: Das ganze jamaikanische Sprintteam war überragend bei den Olympischen Spielen. Was ist das Erfolgsgeheimnis? Was machen Sie besser als etwa die US-Amerikaner?

Bolt: Wir Jamaikaner sind sehr stolz auf unsere Sprintfähigkeiten. Wir trainieren extrem hart. Wir haben die besten Wetterbedingungen, sehr gute Trainer und, was sehr wichtig ist, die besten Trainingspartner.

SPOX: Kennen Sie eigentlich Tobias Unger?

Bolt: Nein. Wer ist das?

SPOX: Er ist Deutschlands bester Sprinter und war während der Sommerspiele sehr kritisch, um es vorsichtig auszudrücken. Er sagte, in Jamaika gibt es keine Dopingtests und jeder könnte machen, was er will.

Bolt: Er kann jederzeit zu uns nach Jamaika kommen und sich persönlich davon überzeugen, wie hart wir trainieren.

SPOX: Weg vom Doping. Was planen Sie für die Zukunft? Wie schnell sind Sie eigentlich über die 400 Meter?

Bolt: Erstmal will ich gesund bleiben und noch mehr gewinnen. Die 400 hebe ich mir für später auf. In ein paar Jahren vielleicht.

Der Medaillenspiegel der Olympischen Spiele in Peking

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