Montag, 07.07.2008

Leichtathletik

US-Trials: Hürden-Highlights zum Abschluss

Eugene - Mit drei Hürden-Highlights und einem Höhenflug haben die US-Leichtathleten ihre Titelkämpfe in Eugene/Oregon beendet und den Final Countdown für die Olympischen Spiele in Peking eröffnet.

Lolo Jones im 100-Meter-Hürden-Halbfinale (12,45 Sekunden) und Jennifer Stuczynski im Stabhochsprung (4,92 Meter) sorgten für die vierte und fünfte Weltjahresbestleistung bei den achttägigen Trials.

Zudem gab es über die 200 Meter auch ohne den verletzten Weltmeister Tyson Gay das schnellste Rennen des Jahres - und die knappste Entscheidung der Titelkämpfe.

Selbstbewusst nach Peking

Für Walter Dix und Olympiasieger Shawn Crawford wurden jeweils 19,86 Sekunden gestoppt. Das Zielfoto sah Dix letztlich um 5/1000 vorn. "Ich hatte zwar das Gefühl, gewonnen zu haben, aber beim Foto-Finish weißt du nie genau. Als ich die Platzierung sah, dachte ich, 'verdammt, er hat mich besiegt'. Aber dann sah ich die Zeit und sagte mir, 'ok, wir sind zeitgleich'. Und letztlich macht es nichts, denn wir fahren beide nach Peking", sagte Crawford.

Auch Dix blickt seiner Olympia-Premiere selbstbewusst entgegen. "Wer diese Trials gewinnt, hat auch in Peking große Goldchancen", meinte der Sprinter.

Zur Titelfavoritin gehört jetzt auch Lolo Jones. Nach ihrer Weltjahresbestzeit im Halbfinale setzte die 25-Jährige im Endlauf sogar noch eins drauf, lief mit 12,29 Sekunden die zweitschnellste Zeit der Geschichte und verfehlte den 20 Jahre alten Weltrekord der Bulgarin Jordanka Donkowa nur um 8/100. Allerdings hatte Jones bei ihrem Fabellauf 3,8 Meter Rückenwind.

Dennoch hüpfte sie im Hayward- Field vor Freude auf und ab und umarmte jeden, der ihr in den Weg kam. "Ein verrückter Tag. Erst die super Zeit im Halbfinale und dann dieser Endlauf. Aber ich mache mir jetzt keine Gedanken über den Weltrekord, sondern will einfach nur schnell und technisch gut laufen - dann kommen die Zeiten von ganz alleine", sagte Jones.

Inoffizielle Weltjahresbestzeit

Vom Winde verweht wurde auch David Olivers Hingucker über die 110 Meter Hürden. Im Halbfinale verfehlte der 26-Jährige mit 12,89 Sekunden den Weltrekord des Kubaners Dayron Robles nur um 2/100 - hatte dabei allerdings 3,2 Meter/Sekunde Rückenwind.

Auch Allyson Felix' Weltjahresbestzeit von 21,82 Sekunden (5,6 Meter/Sekunde Rückenwind) über die 200 Meter blieb inoffiziell. Zu einer Lotterie wurde der Stabhochsprung der Frauen. Jennifer Stuczynski brauchte bei ihrer Einstiegshöhe von 4,60 Meter den dritten Versuch, um sich Titel und Ticket zu sichern.

Anschließend sprang sie befreit auf und steigerte ihre Weltjahresbestleistung und den US-Rekord um zwei Zentimeter auf 4,92 Meter. "Ich war viel glücklicher über die 4,60 Meter als über die neue Bestmarke. Das war eine unglaubliche Erleichterung. Hätte ich gerissen, wäre ich zu Hause geblieben, so aber fahre ich nach Peking", sagte Stuczynski.

Am Dienstag gibt der US-Leichtathletik-Verband sein Olympia-Team offiziell bekannt. Man werde eine gute Mischung aus erfahrenen Athleten und jungen Talenten zu den Sommerspielen schicken, betont Jaenette Bolden, die für die Frauen verantwortlich ist. Wie viele Medaillen sie erwarte, lässt sie ebenso offen wie Männer-Coach Bubba Thornton. "Ich habe ich noch nie Zahlen genannt, denn das bedeutet zusätzlichen Druck und den brauchen wir nicht", sagte Thornton. "Aber ich hoffe, dass wir so viel Gold holen, dass die Leute letztlich unsere Hymne mitsummen können, wenn sie nach Hause gehen."


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