CHIO in Aachen

Suche nach dem Olympia-Ersatzmann

SID
Donnerstag, 03.07.2008 | 15:41 Uhr
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Aachen - Einer träumt, einer bangt. Während Alois Pollmann-Schweckhorst sich in dieser Woche beim CHIO in Aachen für einen Platz im Olympia-Team der Springreiter empfehlen kann, muss Heinrich-Hermann Engemann zittern.

Der Weltcup-Dritte aus Bissendorf ist am Donnerstag nach einer Schulteroperation aus dem Krankenhaus entlassen worden und bangt um seine Chance.

"Ich hoffe, dass sie mich nicht vergessen haben", sagte Engemann, der aufgrund eines Trainingssturzes nur Fernsehzuschauer war, als die deutsche Mannschaft am Abend im Nationenpreis startete. "Ich war ja fürs Aachen-Team nominiert, das ist schon schade", kommentierte er die verpasste Chance.

Fünfter Startplatz zu vergeben

Gesucht wird beim CHIO der Ersatzmann für Hongkong. Die Reiter, die Olympia-Gold gewinnen sollen, stehen bereits fest - auch wenn das offiziell noch niemand sagen will.

Neben Europameisterin Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) sind Ludger Beerbaum (Riesenbeck), Christian Ahlmann (Marl) und Marco Kutscher (Riesenbeck) gesetzt. Aber auch der fünfte Platz ist begehrt. "Olympia wäre die Krönung meiner Laufbahn", sagt Pollmann-Schweckhorst.

Der 44-jährige aus dem niedersächsischen Steinfeld könnte möglicherweise vom Pech des Kollegen profitieren. Pollmann-Schweckhorst, der seit etwas mehr als einem Jahr für den Stall von Paul Schockemöhle arbeitet, wurde für Engemann nachnominiert und kann sich nun empfehlen.

Sein Pferd Lord Luis sei in starker Form. Am Sonntagabend soll entschieden werden.

"Schock noch immer da"

Engemann kann nur tatenlos zusehen. Anfang vergangener Woche war er bei einer Trainingsrunde im heimischen Bissendorf bei Osnabrück an einem Wassersprung von seinem Toppferd Aboyeur gestürzt und auf der Schulter gelandet.

"Der Schock ist noch immer da", gab der 49-jährige Profi zu. Immerhin habe er seit der Operation am Dienstag keine Schmerzen mehr. "Sie haben mir neue Bänder eingesetzt und das Gelenk stabilisiert", berichtete er. In 14 Tagen will Engemann wieder auf dem Pferd sitzen, anfangs mit einer Manschette.

Engemann weiß, dass es eng ist. Schließlich entscheiden Bundestrainer und Spring-Ausschuss am Sonntag, am 15. Juli erfolgt dann die endgültige Nominierung durch den DOSB.

"Ich hoffe darauf, dass meine bisherigen Leistungen mit in die Waagschale kommen", sagte der Spätstarter unter den Topreitern. Als Weltcup-Dritter war er in der Hallensaison zweitbester Deutscher hinter der siegreichen Michaels-Beerbaum.

Gravemeiers Zwickmühle

"Für den Heiner tut es mir unheimlich leid", sagte Bundestrainer Kurt Gravemeier zu Engemanns Verletzung: "Wir wissen, was wir an ihm und Aboyeur haben." Gleichwohl ist der Coach in einer Zwickmühle.

Das Risiko, einen noch nicht ganz fitten Reiter zu nominieren, ist enorm - auch wenn es nur um den Ersatzmann geht. Denn schon öfter musste der als Ersatz vorgesehene Reiter tatsächlich sein Pferd satteln. So sprang Reservereiter Marco Kutscher vor vier Jahren in Athen ein - und gewann die Bronzemedaille.

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