Mittwoch, 02.07.2008

Steffi Graf im Interview

"Gott sei Dank musste ich nie tanzen"

London - Vor 20 Jahren gewann Tennis-Legende Steffi Graf ihren ersten Titel in Wimbledon. Insgesamt triumphierte die Jahrhundert-Sportlerin, die vor kurzem in die deutsche Ruhmeshalle des Sports aufgenommen wurde, siebenmal auf dem Heiligen Rasen.

Tennis, Graf, Wimbledon
© DPA

22 Grand-Slam-Titel holte sie in ihrer Karriere, die sie 1999 beendete. Im Interview erinnert sich die 39-Jährige, die mit Tennisprofi Andre Agassi verheiratet ist und zwei Kinder hat, an den magischen 2. Juli 1988.

Frage: War der erste Sieg in Wimbledon etwas Besonderes, obwohl Sie vorher schon drei Grand-Slam-Titel gewonnen hatten?

Steffi Graf: Natürlich! Wimbledon ist das Mekka des Tennis. Als Elfjährige habe ich Wimbledon zum ersten Mal besucht. Noch heute erinnere ich mich genau an die besondere Atmosphäre, als ich zum ersten Mal den Heiligen Rasen auf dem Center Court gesehen habe.

Frage: Können Sie sich noch an die Gedanken und Gefühle erinnern, nachdem Sie den Matchball gegen Martina Navratilova verwandelt hatten?

Graf: Es war ein besonderes Spiel. Ich erinnere mich an die Euphorie, die ich empfand, als ich nach dem verlorenen ersten Satz besser und besser spielte. Schließlich gelang es mir, das Match gegen die beste Rasenspielerin aller Zeiten noch zu drehen.

Frage: Ist auch für Sie ein Sieg in Wimbledon das höchste der Gefühle?

Graf: Absolut, wobei es natürlich auch auf die Umstände eines Sieges, das Niveau und die Gegnerin, ankommt.

Frage: Was bedeutet der Golden Slam für Sie - die vier Grand-Slam-Titel plus Olympiasieg von 1988?

Graf: Über die Titel habe ich mir nie große Gedanken gemacht, zumal es die Bezeichnung Golden Slam zuvor überhaupt nicht gab. Aber natürlich erinnere ich mich gerne an die Ereignisse. Ich bin als Sportlerin mit Leichtathletik groß geworden. Daher hatten die Olympischen Spiele eine ganz besondere Bedeutung für mich.

Frage: Können Sie sich noch an den Tanz mit Stefan Edberg beim Champion's Dinner in Wimbledon erinnern? Oder wäre Ihnen der im Finale unterlegene Boris Becker damals lieber gewesen?

Graf: Gott sei Dank musste ich nie tanzen!

Frage: Und hatten Sie gleich das passende Kleid parat?

Graf: An das Kleid möchte ich mich wirklich nicht gerne erinnern. Ich hatte es am Tag nach dem Sieg in letzter Sekunde mit meiner Mutter besorgt.

Frage: Hatten Sie schon damals ein Haus am Rande der Anlage gemietet?

Graf: Nein, wir hatten in der Stadt gewohnt. Fast jeden Abend trafen wir deutschen Spieler uns dort beim Italiener.


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