Sonntag, 06.07.2008

Tennis

Briten feiern 14-jährige Robson

London (dpa) - Großbritanniens Tennis-Fans sind im Jubelrausch. Und verantwortlich dafür ist eine in Australien geborene 14-Jährige. Dank Laura Robson hat das quälende Warten auf einen Wimbledonsieger von der Insel seit dem 5. Juli ein Ende.

Tennis, Wimbledon, Laura Robson
© DPA

Nach dem finalen Triumph der exakt 14 Jahre und 166 Tage alten "Prinzessin von Wimbledon" hat die tennisbegeisterte, aber erfolgsentwöhnte Nation 24 Jahre nach Annabel Croft wieder eine Siegerin auf dem "Heiligen Rasen".

Obwohl sie nur bei den Juniorinnen gewonnen hat, verdrängte Laura Robson die fünfmalige Championesse Venus Williams aus den USA am Sonntag sogar von den Titelseiten der großen britischen Zeitungen.

"Die Prinzessin von Wimbledon"

"Triumph für Robson", titelte die "Sunday Times". Und der "Independent" meinte auf der ersten Seite: "Laura, die Prinzessin von Wimbledon".

Die Highlights von Robsons Triumph im Video!

Die Amerikanerin Venus Williams, die durch ein 7:5, 6:4 gegen ihre Schwester Serena den dritten "Sister Act" in Wimbledon gewann, schaffte es wenigstens beim "Observer" auf die Titelseite.

Über ihrem Konterfei mit der Venus-Rosewater-Trophäe und dem Bild des fröhlich lächelnden "Golden Girl" Robson heißt es: "Sieh her, Venus ... hier kommt Laura."

SMS von Safin

Der schon erstaunlich stark aufspielenden Juniorin waren die Lobeshymnen nach dem 6:3, 3:6, 6:1 gegen die Thailänderin Noppawan Lertcheewakarn gar nicht so wichtig. Mehr freute sie sich über eine SMS von Marat Safin, für den sie schon lange schwärmt.

"Er hat mir viel Glück gewünscht und geschrieben, dass es ihm leidtut, beim Endspiel nicht dabei sein zu können." Ob der 28-jährige Russe, der im Halbfinale an Roger Federer gescheitert war, ein Typ für sie sei, wurde sie prompt gefragt. "Nein, er ist zu alt für mich."

Gefährliche Euphorie 

"Vergesst Tim Henman oder Andy Murray. Hier ist Laura Robson", meinte die "Daily Mail". Doch Euphorie ist gefährlich, wie das Beispiel Annabel Croft zeigt. Auch sie schaffte nach dem Sieg bei den Juniorinnen nicht den Sprung in die Weltelite.

Und wer erinnert sich noch an die letzten britischen Wimbledonsieger bei den Großen? Das waren 1977 Virginia Wade, die in diesem Jahr als Co-Kommentatorin bei der BBC im Einsatz war. Und der legendäre Fred Perry, der von 1934 bis 1936 dreimal auf dem "Heiligen Rasen" triumphierte.


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