Auf Bubkas Spuren

SID
Samstag, 12.07.2008 | 12:58 Uhr
Leichtathletik, Golden League, Jelena Issinbajewa
© DPA
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Rom - 45 Minuten vor Mitternacht waren alle Augen im Stadio Olimpico nur auf sie gerichtet. Als Jelena Issinbajewa dann in den Nachthimmel über Rom abhob und die Latte bei 5,03 Meter sicher überquerte, landete die beste Stabhochspringerin der Welt unter tosendem Beifall.

Der Star war den Sternen wieder ein kleines Stück näher gekommen, die Russin aus der Heldenstadt Wolgograd ließ sich am späten Freitagabend beim Golden-League-Meeting feiern und posierte vor der Anzeigetafel: "503" - Weltrekord Nummer 22 für "Frau Bubka".

Fast drei Jahre mussten Issinbajewa, ihre Fans und ihr neuer Trainer Vitali Petrow auf diesen Sprung warten. Am 12. August 2005 hatte sie in einem anderen Olympia-Stadion 5,01 Meter gemeistert: WM-Gold mit Weltrekord in Helsinki. Danach folgten zwei Jahre voller Probleme, an die sich Jelena Issinbajewa nicht so gern erinnert.

"Ich bin so glücklich"

Den 11. Juli 2008 wird die in Monaco lebende und im italienischen Formia trainierende Athletin sicher nicht so schnell vergessen: Als die Latte beim zweiten Versuch über 5,03 Meter liegen blieb, fielen Zentnerlasten von der 26-Jährigen ab.

"Ich bin so glücklich, so entspannt. Ich habe meine Technik umgestellt, meinen Trainer gewechselt, mein ganzes Leben verändert. Heute fühle ich mich wie die alte Issinbajewa."

40 Tage vor dem olympischen Stabhochsprung-Finale in Peking dürfte der Konkurrenz um Jennifer Stuczynski (USA) klar geworden sein, dass Issinbajewa nicht die Luft ausgegangen ist. Nach zwei mageren Jahren, in denen sie im Freien nur 4,91 Meter meisterte, ist sie im Olympia-Jahr 2008 wieder da.

"Ich war so wütend"

Hallen-Premiere am 16. Februar in Donezk: 4,95 Meter - Weltrekord. Freiluft-Saisondebüt am 11. Juli in Rom: 5,03 Meter - Weltrekord. "Ich war so wütend, weil alle nach Stuczynskis 4,92 Metern gesagt haben: Issinbajewa ist am Ende, wir haben einen neuen Star."

Der neue Star ist der alte, und Issinbajewa ist mit ihrem Springer-Latein längst nicht am Ende. Immer wieder wird sie auf ihr sportliches "Lebensziel" angesprochen: Die Zahl der 35 Weltrekorde ihres Freundes, Vorbildes und Mentors Sergej Bubka (Ukraine) zu übertreffen.

In Rom hat sie allen gezeigt, dass der Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde kein Traum bleiben muss. "Ihr habt doch gesehen, dass ich die Latte nicht gestreift habe - ich war deutlich drüber. Mein Ziel ist es, 36 Weltrekorde zu springen", sagte Issinbajewa, die bis zur "Operation Gold" in Peking nur noch drei Wettkämpfe bestreiten will.

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