Dienstag, 17.06.2008

Woods sticht Mediate aus

Vom surrealen Triumph begeistert

San Diego - Nach fünf Runden auf dem Monsterplatz im Torrey Pines GC bei San Diego besiegte Tiger Woods erst sich selbst und dann in einem faszinierenden Sudden-death-Finale seinen amerikanischen Herausforderer Rocco Mediate.

Golf, US Open, Woods
© DPA

"Es war das großartigste Golf-Turnier, das ich jemals gespielt habe. Keine Ahnung, wie es dazu kam. Es ist fast surreal. Ich bin einfach nur noch glücklich", sagte der sichtlich bewegte Superstar nach einem seiner größten Triumphe überhaupt bei den 108. US Open.

Der 45 Jahre alte Mediate war über sich hinausgewachsen und spielte die Golf-Runde seines Lebens - bis der Tiger ihn nach vier Runden mit dem letzten Schlag "eingekreist" und zum Playoff gezwungen hatte.

"Verrückt und der Beste"

"Oh mein Gott!", stöhnte Mediate nach dem letzten Putt und einem Marathon an fünf Tagen über 91 Löcher. "Es ist so schwer, Tiger zu schlagen. Ich habe wirklich alles gegeben und dabei noch nie mehr Spaß gehabt. Es ist einfach verrückt und er der Beste."

Vor acht Wochen hatten die Ärzte dem Kalifornier zum dritten Mal in dessen 12-jähriger Profi-Karriere Knorpel aus dem linken Knie entfernt und ihm geraten, nicht zu früh wieder in den Turnier-Zirkus zurückzukehren. Aber Woods ist wie kaum ein anderer besessen vom Erfolg und lässt sich nur ungern bei seiner Rekordjagd aufhalten.

Schmerzen im Knie

Oft gestützt auf zwei Golfschläger, hatte sich der Modellathlet aus Sandbunkern gequält und humpelnd die Spielbahnen gequert. Die stechenden Schmerzen im Knie ignorierte er.

"Ich bin froh, dass ich es hinter mir habe. Ich spüre im Moment absolut kein Verlangen, noch einen Schlag zu tun. Es schmerzt nur noch", bekannte Woods nach der Nervenschlacht gegen Mediate, der selbst unter Rückenproblemen leidet und dicht vorm ersten Major-Sieg stand.

"Bang, bang, bang"

"Ich lag nach zehn Löchern drei Schläge zurück und dann plötzlich, bang, bang, bang, hole ich mir die drei Schläge zurück, gehe sogar in Führung", ärgerte sich Mediate, der sogar bis zum 18. Grün mit einem Schlag vorn lag.

Aber Woods zog mit einem Birdie-Putt zum Stechen an der 7. Spielbahn gleich, spielte das Par, während Mediate mit einem Bogey die Partie verlor.

Vergessen war dabei der knappe Entscheid am Sonntag nach vier Runden, als sich der Weltranglisten-Erste nur mit Zauberschlägen aus der Bredouille retten und im richtigen Moment seine Künste abrufen konnte, um überhaupt im Spiel zu bleiben.

Unbändiger Siegeswille

Aber dieser unbändige Siegeswille des besten Golfspielers der Welt, der in der 500. Woche die Branche anführt, macht einen der vielen Unterschiede zur Konkurrenz aus - auch wenn er mögliche medizinische Folgeschäden kalkulieren musste.

Mit dem 14. Major- Titel, 1,3 Millionen Dollar Siegprämie und dem dritten US Open-Sieg seit 2000 krönte der Tiger seine Aufholjagd. Wieder ist er einen Schritt näher an den Major-Rekord von 18 Titeln des "Golden Bear" Jack Nicklaus (USA) herangekommen.

Bis zum 3. Major bei der British Open im Juli im englischen Birkdale will er seine "Wunden lecken".


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