Sonntag, 01.06.2008

Leichtathletik

Usain Bolt läuft in New York 100 Meter-Weltrekord

New York - Usain Bolt hat beim Leichtathletik-Meeting in New York für einen Weltrekord über die 100 Meter gesorgt. Der Jamaikaner sprintete im Icahn-Stadion von Randalls Island bei einem regulären Rückenwind von 1,7 Metern pro Sekunde auf 9,72 Sekunden.

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© Getty

Damit verbesserte er die bisherige Bestmarke seines Landsmannes Asafa Powell vom 9. September 2007 um zwei Hundertstel. "Dieser Rekord bedeutet mir nichts, wenn ich nicht auch Olympia-Gold gewinne", sagte er.

Die jamaikanische Weltmeisterin Veronica Campbell-Brown lief zudem bei den Frauen in 10,91 Sekunden eine neue Weltjahresbestzeit.

"Ich wollte gar nicht Weltrekord laufen"

Bolt gab sich nach seinem Super-Sprint beeindruckend unbeeindruckt: ""Ich wollte gar nicht Weltrekord laufen. Aber jetzt habe ich ihn und gut". Der 21-Jährige hatte auf Weltmeister Tyson Gay bis zur 50 Meter-Marke einen klaren Vorsprung herausgelaufen und hielt diesen bis ins Ziel.

Gay wurde mit starken 9,85 Sekunden Zweiter. Im Vorjahr war der Amerikaner an gleicher Stelle noch auf 9,76 Sekunden gesprintet, was damals Weltrekord gewesen wäre. Ein zu starker Rückenwind verwehte jedoch die Bestmarke. "Er ist ein perfektes Rennen gelaufen, Hut ab", lobte der Weltmeister den neuen Weltrekordhalter.

Rekord trotz nasser Bahn

Der ließ sich mit einer jamaikanischen Flagge um die Schultern von seinen zahlreichen und lautstarken Landsleuten unter den rund 8000 Zuschauern feiern. "Ich wusste, dass viele Jamaikaner hier sein und mich unterstützen werden. Ich wollte ihnen nur das geben, worauf sie gewartet haben", so Bolt, dessen Rekord durchaus überraschend kam.

Denn die Bahn in der Arena war nach einem Gewitter nass, der Zeitplan musste wegen des starken Regens kurzfristig verschoben werden, das Rennen selbst begann mit einem Fehlstart und eigentlich wollte er den Lauf nur nutzen, um an seiner Schnelligkeit zu arbeiten. "Zum Glück war der erste Versuch sein Fehlstart, da kam ich überhaupt nicht aus den Blöcken. Ich wusste aber, wenn ich am Start schneller bin als Tyson Gay, gewinne ich."

Reggae-Konzert zum Feiern

Bolt ist mit seinen 1,96 Meter eigentlich zu gross für einen Sprinter. Er selbst sah seine Stärken in der Vergangenheit deshalb eher auf den 200 Metern, wo er im Vorjahr hinter Gay WM-Zweiter wurde und auf den 400 Metern. Doch bereits am 3. Mai hatte er in Kingston mit 9,76 Sekunden vor Aufsehen und die zweitschnellste je gelaufene Zeit gesorgt.

"Ich bin schon öfter um die 9,9 Sekunden gelaufen und habe mich dabei immer gut gefühlt. Deshalb wusste ich, dass ich irgendwann mal den Weltrekord brechen kann", stellte der neue Star der Sprintszene klar, während seine Fans draußen im Stadion tanzten. Die Meeting-Organisatoren hatten dort nach dem Ende der Wettkämpfe ein Reggae-Konzert organisiert - ein rhythmisches Finale der jamaikanischen Rekordnacht im Big Apple.


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