Donnerstag, 26.06.2008

Leichtathletik

Chambers: Umstrittener Start in Biberach

Biberach - Der Start des früheren Doping- Sünders Dwain Chambers beim Leichtathletik-Meeting im schwäbischen Biberach steht unter kritischer Beobachtung.

Der britische Sprinter war in den Balco-Skandal verwickelt, hat seine Sperre aber längst abgesessen und war bereits bei der Hallen-WM im März in Valencia/Spanien als Zweiter über 60 Meter wieder erfolgreich.

"Bei mir würde er nicht laufen. Ich würde Heinz Hüsselmann davon abraten", sagte Ulrich Hobeck (Cottbus), Vorsitzender der Veranstalter-Organisation German Meetings, über seinen Kollegen in Biberach.

 Hobeck will sich nicht als Richter aufspielen, findet es aber "moralisch verwerflich, dass Herr Hüsselmann mit Chambers das Stadion voll kriegen will". Der Umgang mit Dopingsündern werde bei German Meetings, das 22 Veranstaltungen in Deutschland vertritt, jede Woche kontrovers diskutiert.

2002 Gold zurückgegeben

Der 30-jährige Chambers ist bereits in Biberach eingetroffen und startet dort nach Angaben Hüsselmanns "für ein' Appel und ein Ei". Das Zugpferd seines Meetings sei nicht der Skandalsprinter, sondern 800-Meter-Olympiasieger Juri Borsakowski aus Russland. Zudem starten Hammerwurf-Weltmeisterin Betty Heidler (Frankfurt/Main) sowie Stabhochspringer Tim Lobinger (München).

Chambers hatte wegen Dopings seine beiden EM-Goldmedaillen von München 2002 wieder zurückgeben müssen. Bei der Hallen-EM hatte ihn der britische Verband nur widerwillig starten lassen. Nach den Regeln des Britischen Olympischen Komitees (BOA) ist Chambers lebenslang von Olympischen Spielen ausgeschlossen und darf deshalb auch in Peking nicht starten.


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