Senkrechtstarter Rath holt Titel

SID
Sonntag, 08.06.2008 | 15:30 Uhr
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Balve - Der Senkrechtstarter hat den Stars die Schau gestohlen: Innerhalb von nur neun Wochen hat sich Matthias Alexander Rath (Kronberg) vom Nobody zum Shootingstar entwickelt und mit dem Gewinn der deutschen Meisterschaften der Dressurreiter die Szene aufgemischt.

"Das ist völlig verrückt, einfach Wahnsinn", sagte der erst 23 Jahre alte Student, der nun der Olympia-Joker für das deutsche Team ist.

Während der Neuling fröhlich feiern durfte, rettete Isabell Werth ihren achten Sieg in der Damen-Wertung mit Mühe: Die Seriensiegerin brach mit Warum nicht nach der klaren Führung im Grand Prix in der Kür ein und gewann nur hauchdünn.

Rath kann Erfolg nicht fassen

"Das ist unglaublich", schwärmte Rath nach seinem sensationellen Sieg mit dem 13-jährigen Wallach Sterntaler. "Wahrscheinlich kann ich das erst am Ende des Jahres realisieren."

Die Meisterschaften waren erste das vierte Turnier, das der Nachwuchsreiter mit Sterntaler ritt. Mit 150,458 Prozent deklassierte der Außenseiter die Konkurrenz und hängte die etablierten Klaus Husenbeth (Sottrum) mit Piccolino (144,308) und Hubertus Schmidt (Borchen-Etteln) mit Wansuela Suerte (140,958) locker ab.

Stiefmutter stellt Pferd

"Ich finde es sensationell", sagte Sporthilfe-Chefin Ann Kathrin Linsenhoff, die Stiefmutter von Rath. Die Team-Olympiasiegerin hatte Rath das Weltklasse-Pferd zur Verfügung gestellt und sah nun, wie der junge Mann das Feld aufrollte und alle Etablierten abhängte.

"Ich bin so begeistert, wie dynamisch es aussieht und wie er mit dem Druck umgeht."

"Der Druck war natürlich groß", gab der Nachwuchsreiter zu. Die Pferdesport-Fans waren gespannt, wie der Student mit dem 13-jährigen Spitzenpferd zurechtkommt, mit dem Linsenhoff 2005 Team- Europameisterin geworden war.

Spätestens seit diesem Auftritt ist Rath ein Kandidat für das nur dreiköpfige Olympia-Team. Den wichtigsten Schritt hat er geschafft, denn er gehört beim CHIO in Aachen erstmals zur deutschen Mannschaft.

Zweite Sichtung in Aachen

Mit knappen Vorsprung rettete Isabell Werth ihren Titel. Am Samstag noch klar führend, brach sie in der Kür ein, als ihr Wallach Warum nicht sich unaufmerksam zeigte, weil ein Helfer Wasser aus einer Plane abfließen ließ.

Trotz Platz acht in der Kür-Wertung lag Werth am Ende mit 150,700 Prozent noch vor Heike Kemmer (Winsen/Aller) mit Bonaparte (150,092) und Nadine Capellmann (Würselen) mit Elvis (149,508).

"Ich war ziemlich geladen", kommentierte Werth, "ich war sehr ärgerlich unterwegs, aber es hat ja noch mit einem Wimpernschlag gereicht." Rath, Werth, Kemmer und Capellmann bilden das Team für Aachen, wo die zweite Sichtung für Hongkong geritten wird.

"Wenn es morgen mit Olympia losgehen würde, wäre es das Team", sagte Bundestrainer Holger Schmezer: "Aber es wird erst nach Aachen entschieden, da kann ja auch noch was passieren."

Bitter verteidigt Titel

Bei den Springreiterinnen verteidigte Eva Bitter ihren Titel. Die 34-Jährige aus Bad Essen bei Osnabrück gewann durch einen fehlerfreien Ritt im Stechen mit ihrem Pferd Niels vor Pia-Luise Aufrecht (Münster) mit Sandy und Karin Ernsting-Engemann (Bissendorf) mit Conley.

Die deutschen Meisterschaften sind der einzige Springreit-Wettbewerb, bei dem es eine zusätzliche Prüfung nur für Frauen gibt.

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