Leichtathletik

Niklaus peilt Bestleistung an

SID
Donnerstag, 29.05.2008 | 13:16 Uhr
Leichtathletik, Zehnkampf, Götzis, Vorschau, Andre Niklaus, Weltmeisterschaft 2009
© DPA
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Götzis - Der letzte deutsche Götzis-Sieger traut dem Zehnkampf-Team um "Chef-Motivator" Andre Niklaus bei Olympia viel und bei der Heim-WM sogar eine Medaille zu.

"Der Zehnkampf lebt wieder auf. Wir haben jetzt fünf Athleten um die 8300 Punkte. Und wo viel ist, wird ein ganz Großer kommen: Einer wird durchstarten und bei der Weltmeisterschaft 2009 in Berlin 8500 Punkte machen", sagt Olympiasieger Christian Schenk in einem dpa-Gespräch.

Der Rostocker hatte vor 18 Jahren für den bislang letzten Erfolg eines deutschen Allrounders im Mehrkampf-Mekka Götzis gesorgt.

Reichlich Zehnkämpfer-Nachwuchs

"In den letzten fünf, sechs Jahren war es etwas still, nur Andre Niklaus hat die Fahne hoch gehalten. Die Talente der Leichtathletik wurden in den Medien ja fast tot geschrieben", meint Schenk, der 1988 in Seoul Olympia-Gold holte und heute Geschäftsführer einer Sportmarketing- und Tourismus-Firma ist.

"Aber irgendwie zieht Berlin. Wir haben so viele gute Zehnkämpfer - die sollen jetzt einfach fighten", fordert der 43-Jährige. In Götzis wird am kommenden Wochenende der Konkurrenzkampf eröffnet: "Aus 5 mach 3" lautet die Formel für die Olympia-Qualifikation. Da die Norm - 8050 Punkte - für alle machbar ist, wird die Tagesform entscheiden.

"Ich bin richtig gut drauf und topfit und will gleich im ersten Anlauf die Norm knacken. Ich peile meine persönliche Bestleistung an", sagt der Berliner Niklaus.

Niklaus heiß auf mehr 

Der Schützling von Trainer Rainer Pottel hatte seinen "Hausrekord" im Vorjahr als WM-Fünfter auf 8371 Zähler verbessert; auch in Götzis war er 2007 Fünfter (8340). Platz und Punktzahl sollen diesmal besser werden, die nationale Konkurrenz spornt an.

"Ich bin in den letzten Jahren für alle ein guter Motivator gewesen. Und nun sind alle motiviert, mich zu schlagen", betont Niklaus, "man merkt schon, dass die Jungen von unten drücken."

Niklaus ist jetzt 26, und die "Jungen" stürmen heran: Das deutsche Götzis-Quintett wird von Arthur Abele (Ulm/21), Norman Müller (Halle/Saale/22), dem EM-Fünften Pascal Behrenbruch (Frankfurt/Main/23) und Jacob Minah (Göttingen/26) komplettiert. Niklaus will in Götzis wieder der beste Deutsche sein - er kämpft um sein Olympia-Ticket, weniger gegen die Konkurrenz.

Schrader knackt Norm

"Die zwei Tage im Wettkampf schweißen uns immer wieder zusammen, aber im 1500-Meter- Lauf, da stirbt dann jeder für sich allein", meint der Hallen- Weltmeister von 2006.

Fast unbemerkt hat ein 20-Jähriger die Norm schon geknackt: Michael Schrader (Uerdingen/Dormagen) etablierte sich zwei Wochen vor Götzis mit 8194 Zählern im noblen 8000er Club.

Auch im Jahr 18 nach Christian Schenk wird es im Mösle-Stadion nach Meinung von Niklaus keinen deutschen Sieger geben. "Wir haben absoluten Druck, die internationale Konkurrenz kann das entspannter angehen", sagt Niklaus.

Beste Chancen auf Podest-Platz 

Dennoch sind die Chancen auf seinen ersten Podest-Platz diesmal bestens: Weltrekordler Roman Sebrle (Tschechien), Vorjahressieger Andrej Krautschanka (Weißrussland) und Bryan Clay (USA) sieht er vermutlich erst im Pekinger Olympiastadion wieder.

Seriensieger Sebrle (gewann in Götzis von 2001 bis 2005) kuriert eine Verletzung aus, Krautschanka ist krank, und Clay konzentriert sich auf die US-Trials Ende Juni in Eugene.

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