Freitag, 09.05.2008

Volleyball

Volleyball-Weltverband kämpft für 4+2-Regel

Lausanne - Volleyball-Weltverbandspräsident Ruben Acosta hat angekündigt, auch vor Gerichten und gegen die Europäische Union für die Einführung einer 4+2-Regel zu kämpfen. "Wir sind bereit, vor jedes Gericht zu ziehen, vor das die EU will", sagte der FIVB-Chef.

Die geplante Regel sieht vor, maximal zwei ausländische Spieler auf dem Spielfeld zu erlauben und ähnelt damit im Grundsatz der 6+5-Regel, die der Fußball-Weltverbandspräsident Joseph Blatter durchsetzen will.

Allerdings sprach sich das Europäische Parlament bereits gegen neue Regeln zur Begrenzung der Zahl ausländischer Spieler in Fußballmannschaften aus.

Die Mitgliedstaaten und Sportvereinigungen sollten keine neuen Regeln einführen, die Sportler aufgrund ihrer Nationalität benachteiligen, hatte das Parlament am Donnerstag erklärt.

Acosta will mit der 4+2-Regel das Monopol reicher Vereine stoppen. "Wenn wir keine Maßnahmen ergreifen, wird ein Club für viel Geld die besten Spieler in der Welt kaufen, für sich spielen lassen und andere Vereine zerstören", sagte der FIVB-Boss.

Dies schade auch den jeweiligen Nationalmannschaften, da einheimische Akteure keine Gelegenheit bekämen zu spielen.

Der Vorstand des Volleyball-Weltverbandes trifft sich in Lausanne, um einen detaillierten Plan zur Einführung der neuen Regel von 2010 an zu erstellen.

Abgesegnet werden müsste dieser auch beim Kongress der 220 nationalen Verbände am 16./17. Juni in Dubai.

Aus Deutschland war bereits Kritik an den Plänen laut geworden. "Damit sind wir natürlich überhaupt nicht einverstanden und müssen uns auch wehren. Es gibt jede Menge Gegenargumente", hatte Michael Evers, der Vorsitzende der Deutschen Volleyball-Liga (DVL), in einer mit dem Deutschen Volleyball-Verband (DVV) erarbeiteten Stellungnahme an Acosta erklärt.

"Wenn wir künftig weniger Ausländer einsetzen dürfen, wird das Niveau der Liga sinken und damit auch das der Nationalmannschaft."

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