Sonntag, 25.05.2008

Triathlon

Prochnow und Pilz bei Olympia dabei

Madrid - Die Rostockerin Christiane Pilz und der Saarbrücker Christian Prochnow haben sich überraschend die letzten Olympia-Tickets der deutschen Triathleten gesichert.

triathlon, pilz
© DPA

Pilz belegte beim Weltcup in Madrid den siebten Rang und setzte sich im internen Duell gegen Joelle Franzmann (Saarbrücken) durch. Prochnow wurde in der spanischen Hauptstadt Fünfter und gewann die nationale Ausscheidung gegen Maik Petzold (Mengen) und Andreas Raelert (Rostock).

Zuvor hatten sich bei den Männern bereits Weltmeister Daniel Unger (Bad Saulgau) und Jan Frodeno (Saarbrücken) sowie bei den Frauen Anja Dittmer (Neubrandenburg) und Ricarda Lisk (Waiblingen) für Peking qualifiziert.

Premiere für Prochnow 

"Das ist der größte Tag meiner Karriere. Ich freue mich unglaublich auf Peking", sagte Prochnow nach dem spannenden Rennen beim 200. Weltcup in der Triathlon-Geschichte. Die drei letzten Olympia-Kandidaten waren nach dem Radfahren gemeinsam auf die Laufstrecke gewechselt, wo Prochnow am Ende das bessere Ende für sich hatte. "Ich weiß, dass es für die beiden Anderen jetzt hart ist. Ich möchte mich aber bei ihnen bedanken, denn wir hatten einen fairen Konkurrenzkampf, der uns alle gepusht hat", sagte der 25-Jährige.

Für Prochnow ist es die erste Teilnahme an Olympischen Spielen. Petzold verpasste diese um gerade einmal elf Sekunden. Für Raelert, der nach seinem tollen vierten Platz bei der Europameisterschaft in Lissabon vor zwei Wochen die besten Karten zu haben schien, wäre es die dritte Teilnahme gewesen. Der ehemalige Leistungsschwimmer zu DDR-Zeiten war bereits 2000 in Sydney und 2004 in Athen dabei.

Späte Entscheidung

Wie bei den Männern entschied sich die Olympia-Teilnahme auch bei den Frauen erst auf den letzen beiden Kilometern. Im Ziel hatte Pilz gerade einmal 47 Sekunden Vorsprung auf Franzmann. "Das war ein richtiger Showdown. Für Joelle ist das natürlich verdammt hart. Sie ist am Boden zerstört", sagte Sportdirektor Rolf Ebeling.

Die Saarbrückerin hatte bei der Weltmeisterschaft in Hamburg die Peking-Fahrkarte als Achte nur knapp verpasst und hätte in der chinesischen Hauptstadt ihre dritten Olympischen Spiele erlebt. Ihre Konkurrentin Pilz, die die Spiele vor vier Jahren trotz Qualifikation wegen eines Armbruchs auslassen musste, war überglücklich. "Das ist unglaublich. Dafür habe ich so hart gearbeitet", sagte die 32-Jährige.

Gomez mit zehntem Weltcupsieg

Mit dem Sieg beim Jubiläumsrennen hatten die deutschen Triathleten nichts zu tun. Lisk wurde bei den Frauen 13., Kathrin Müller belegte Platz 16 und qualifizierte sich damit neben Franzmann für die Weltmeisterschaft in Vancouver in zwei Wochen. Bei den Männern sicherte sich neben Petzold und Raelert noch Steffen Justus (Schramberg) die Teilnahme in Kanada.

Das Frauen-Rennen gewann erwartungsgemäß Vanessa Fernandes in 2:04:46 Stunden. Für die portugiesische Ausnahmeathletin war es der 20. Weltcup-Erfolg der Karriere. Keine Triathletin vor ihr war erfolgreicher. Bei den Männern feierte Weltcup-Gesamtsieger Javier Gomez einen Heimsieg. Der Spanier benötigte für die 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer Laufen 1:56:25 Stunden und feierte den zehnten Weltcupsieg seiner Laufbahn.


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