Lurz ist Langstreckenweltmeister

SID
Dienstag, 06.05.2008 | 14:26 Uhr
Schwimmen, Langstrecke, WM, Thomas Lurz, Sevilla, Wladimir Djatschin
© Getty
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Sevilla - Jubelnd stieß Thomas Lurz die Faust in den Himmel. Gold über fünf Kilometer, sechster WM-Titel: Deutschlands Schwimm-Star auf der Langstrecke war mit sich und der Welt zufrieden - und hatte nur noch Olympia im Kopf.

"Ich freue mich auf Peking", sagte Lurz nach seinem Coup im Rio Guadalquivir in Sevilla, "jetzt mache ich eine Woche Ruhe - und dann geht es ab."

Larissa Iltschenko schwamm beim russischen Doppelsieg bei den Frauen zum achten WM-Sieg.

Kamrau nur Siebte

Britta Kamrau-Corestein aus Rostock wurde nach ihrem Debakel und der verpassten Olympia-Qualifikation über 10 Kilometer Siebte.

In 54:57,3 Minuten und 1,5 Sekunden Vorsprung verwies Lurz den russischen 10-Kilometer-Sieger Wladimir Djatschin auf Rang zwei, nachdem er sich zum Auftakt über die doppelte Distanz noch mit Bronze hatte zufriedengeben müssen.

"Es war hart", stellte Lurz im Ziel fest. Wenn die Langstreckenschwimmer in China über 10 Kilometer ihr olympisches Debüt geben, will der Sozialpädagoge wieder ganz vorne sein. "Unmöglich ist es nicht." Der Mainzer Christian Hein wurde mit 7,3 Sekunden Rückstand Fünfter.

Kamrau: "Zugucken tut noch mehr weh"

Britta Kamrau-Corestein hatte sich nach dem enttäuschenden 39. Rang über 10 Kilometer und trotz eines verschleppten Infekts doch zu einem Start entschieden.

"Zugucken tut noch mehr weh", sagte die Jura-Studentin, "und tiefer konnte ich ja gar nicht mehr fallen." Mit 14,6 Sekunden Rückstand auf die Siegerin kam sie ins Ziel.

Die Wiesbadenerin Angela Maurer kam nach der erfolgreichen Olympia-Qualifikation über die doppelte Distanz auf Rang 24. Larissa Iltschenko gewann in 1:00:04,6 Stunden mit 3,2 Sekunden Vorsprung vor Jekaterina Seliwerstowa und der Amerikanerin Chloe Sutton.

Du Toit sorgt für Sensation

Für Aufsehen sorgt die Unterschenkel-amputierte Südafrikanerin Natalie Du Toit. Nachdem sich die 24-Jährige über zehn Kilometer sensationell für Olympia qualifiziert hatte, kam sie auf der "Nebenstrecke" fünf Kilometer als 16. ins Ziel.

Und sie hat noch viel vor. "Ich will versuchen, in Peking um eine Medaille mitzuschwimmen", sagte sie. Gleichzeitig plant sie den Start über sechs Strecken bei den Paralympics: 50, 100 und 400 m Freistil, 100 m Schmetterling, 200 m Lagen und 200 m Rücken.

Noch nie ist eine Frau mit nur einem Bein bei Olympischen Spielen angetreten. Den linken Unterschenkel hat das große Schwimm-Talent bei einem Autounfall verloren.

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