Steuer und DOSB: Gerichtsstreit beendet

SID
Montag, 26.05.2008 | 16:31 Uhr
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Berlin - Zweieinhalb Jahre nach den Olympischen Winterspielen in Turin ist der Gerichtsstreit um die umstrittene Nominierung des Stasi-belasteten Trainers Ingo Steuer mit einem Vergleich beendet worden.

Vor dem Berliner Landgericht einigten sich die Anwälte der Steuer-Seite und des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am Montag nach zweieinhalbstündigen Beratungen.

Vereinbart wurde, dass die 2006 erwirkte Einstweilige Verfügung gegen den Olympia-Ausschluss gelöscht wird, der DOSB dafür keine Gerichtskosten von dem Chemnitzer Coach und den Paarlauf-Weltmeistern Aljona Savchenko/Robin Szolkowy zurückverlangt.

Die bereits eingeleitete Klage vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS ziehen die Sportler zurück.

Bereit nachzugeben

"Als Juristin hätte ich auf den CAS setzen und den Prozess gewinnen können, ich vertrete aber drei Leute, die nur Eiskunstlaufen wollen", sagte Karla Vogt-Röller, "daher bin ich bereit nachzugeben".

Der CAS in Lausanne ist die oberste Sportgerichtsbarkeit und damit die letzte Entscheidungsinstanz für die Sportverbände und Nationalen Olympischen Komitees in Streitfragen zum internationalen Sportrecht.

Dass es der Steuer-Anwältin in Berlin auch um finanzielle Dinge ging, verdeutliche der Kommentar: "Das Ganze ist hier nur noch wie Show- Boxen."

Keine Dritten mit Anspruch auf Urteil

Auch der DOSB wertete das Ergebnis als Erfolg, weil die Einstweilige Verfügung zur Olympia-Akkreditierung nicht mehr als möglicher Präzedenzfall herangezogen werden kann und "künftig keine Dritten mehr auf dieses Urteil Ansprüche geltend machen können", führte Anwalt Igor Rücker aus.

"Inwiefern sich das auf weitere Nominierungsprinzipien auswirkt, ist nicht Sache des Verfahrens gewesen", führte er aus. Auch eine Nominierung Steuers für die Winterspiele 2008 in Vancouver wurde nicht thematisiert.

Vogt-Röller strebt gerichtliche Schlichtung an

Vor der neuen Saison soll in einem weiteren Gerichtsverfahren im Sommer in München die Bezahlung des Erfolgstrainers geklärt werden. Vogt-Röller strebt wiederum eine gerichtliche Schlichtung an, nachdem alle Gespräche mit der Gegenpartei Deutsche Eislauf-Union (DEU) bisher ohne Ergebnis verliefen.

"Ich gehe davon aus, dass sich auch das erledigt, ich erwarte ein sinnvolles Ergebnis, wie künftig Fördermittel verwandt werden", sagte Vogt-Röller.

Stasi-Vergangenheit

"Als Weltmeister und A-Kadersportler spielen sie Geld in die Kassen der DEU. Da wäre es ein bisschen gerecht, wenn Geld bei den Sportlern ankäme, damit diese ihren Trainer bezahlen können."

Wegen Steuers Stasi-Vergangenheit darf die finanziell klamme DEU Steuer bisher nicht mit öffentlichen Fördermitteln unterstützen. "Es geht nicht, dass jemand für alle Zeit ohne Geld arbeitet", unterstrich Vogt-Röller.

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