Sonntag, 18.05.2008

Schießen

Pfeilschifter attackiert Weltrekord

München - Sportschützin Sonja Pfeilschifter hat in München mit ihrem überragenden Weltcupsieg olympische Hoffnungen geweckt.

Dabei verfehlte die 37 Jahre alte bayerische Sportsoldatin aus Ismaning in der Luftgewehr-Konkurrenz mit 503,4 Ringen den Weltrekord der diesmal viertplatzierten chinesischen Athen-Olympiasiegerin Du Li nur um 1,5 Zähler.

Sie sicherte sich ebenso wie Barbara Lechner (Triftern), die als 10. mit 397 Ringen den Finaleinzug lediglich aufgrund der wenigeren Innentreffer verpasste, das Olympia-Ticket für Peking.

"Eine prima Leistung"

Einen großen Schritt nach China hat auch der erst 22-jährige Florian Schmidt (Frankfurt/Oder) gemacht.

Der Sport-Polizist und gelernte Informationselektroniker überraschte mit neuer persönlicher Bestleistung von 661,2 Ringen als Dritter mit der Freien Pistole und genoss den bisher größten Erfolg seiner Laufbahn.

Es war der erste Weltcup-Podestplatz in der Disziplin für einen Deutschen seit dem Weltcupsieg von Guido Rudolph (Gotha) vor zehn Jahren in Buenos Aires.

"Das war eine prima Leistung", lobte Bundestrainer Peter Kraneis. "Das Ergebnis gibt Selbstvertrauen für den Wettkampf mit der Luftpistole am Dienstag sowie die beiden Konkurrenzen Ende Mai in Mailand", bemerkte Schmidt.

Danach vergibt der Bundestrainer den einen deutschen Olympia-Startplatz für die beiden Disziplinen.

Kribbeln fehlt noch

Pfeilschifter traf bei der Wiederholung ihres Vorjahreserfolgs mit 49 ihrer 50 Schüsse die nur einen halben Millimeter im Durchmesser große Zehn und feierte den 21. Weltcupsieg ihrer Laufbahn.

"Nach den ersten sechs Finalschüssen war sogar der Weltrekord möglich. Doch dann habe ich ein bisserl gewackelt", sagte Pfeilschifter.

Olympische Vorfreude habe sich bei ihr aber noch nicht eingestellt. "Ich fühle noch nicht das besondere Kribbeln, schieße wie immer, bin von den Ergebnissen her gut drauf", sagte die vielmalige Welt- und Europameisterin nach ihrer Glanzvorstellung auf der Olympia-Anlage in München-Hochbrück.

Pfeilschifter ist Favoritin

Noch fehlt in ihrer umfangreichen Medaillensammlung olympisches Edelmetall, obwohl sie sowohl in Sydney als auch in Athen als Mitfavoritin in die Olympia-Entscheidungen gestartet war.

Deshalb wollte sie sich auch nicht auf ein Olympia-Ziel festlegen.

"Immer die gleichen Fragen", antwortete sie ausweichend. "Ich werde versuchen, so gut wie möglich zu schießen.

Olympia ist für mich derzeit noch eine Meisterschaft wie jede andere", bemerkte die 37 Jahre alte bayerische Ausnahmekönnerin, die bei ihrer dritten Teilnahme endlich Frieden mit den olympischen Göttern schließen will.

In Peking wird traditionell mit dem Luftgewehr der erste Medaillensatz der Spiele vergeben - mit Sonja Pfeilschifter als Favoritin.


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