Montag, 19.05.2008

Basketball

Meister Bamberg mit Rücken zur Wand

Frankfurt/Main - Nach der zweiten Last-Minute-Niederlage innerhalb von vier Tagen schlichen die Riesen vom deutschen Meister Bamberg wie Zwerge aus der Halle, doch ihr Coach Dirk Bauermann wollte von Aufgabe nichts wissen.

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© Getty

"Eine Serie verliert man nicht in zwei Spielen", meinte der 50-Jährige nach dem 63:64 im Playoff-Viertelfinale bei den Baskets Oldenburg trotzig. Im dritten Duell am 21. Mai steht der Titelverteidiger in der heimischen JAKO-Arena aber mit dem Rücken zur Wand.

Eine weitere Pleite würde das frühzeitige Aus für die Brose Baskets bedeuten und wohl zugleich die Ära des in Personalunion auch als Bundestrainer tätigen Bauermann im Frankenland beenden.

Bauermann kämpferisch

Mit ziemlicher Sicherheit wird der populäre Übungsleiter bei einem frühzeitigen Aus seine Zelte in Bamberg abbrechen und komplett zum Deutschen Basketball-Bund wechseln. Doch Bauermann gibt sich wie immer kämpferisch.

Seine Zuversicht zieht der Bamberger Trainer vor allem aus der deutlichen Leistungssteigerung seiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit. Da rief das mit zahlreichen Nationalspielern gespickte Team sein Können ab und holte 14 Punkte auf.

Bamberg wenig nervenstark

Mit 20:6 entschieden die Gäste das dritte Viertel für sich. Geleitet von einem stark verbesserten Steffen Hamann (14 Punkte) hatte der Meister die Gastgeber im Griff. "Es gibt viele Dinge, die mich optimistisch stimmen", sagte Bauermann. Unter anderem auch die Leistung von Tim Ohlbrecht. Die Entdeckung der letztjährigen K.o.- Runde kam in seinen rund 18 Minuten Spielzeit auf 12 Zähler und 9 Rebounds.

Nachdenklich stimmen sollte den Meistercoach das Nervenflattern seiner Spieler. Wie in der ersten Begegnung, die Oldenburg mit 55:54 gewann, konnte der Titelträger die Playoff unerfahrenen Niedersachsen in den wichtigen Phasen nicht entscheidend distanzieren.

"Das war das zweite Spiel, das wir in unseren Händen hatten und weggeschenkt haben", kritisierte der Bamberger Trainer. Allen voran Darren Fenn, der in den Schlusssekunden zweimal für die Brose Baskets Bamberg an der Freiwurflinie patzte, zeigte Nerven. Dabei hatte der US-Center den Meister zuvor mit 16 Punkten im Spiel gehalten.

Krunic unbeeindruckt 

In seiner Not begann der erfahrene Coach bereits unmittelbar nach der zweiten Pleite mit psychologischen Spielchen. "Wenn wir das dritte Spiel gewonnen haben, liegt der Druck beim tiefer gesetzten Team. Wir kennen uns mit so einer Situation aus - Oldenburg nicht", stichelte Bauermann.

Sein Trainerkollege Predrag Krunic ließ sich davon nicht beeinflussen. Den Bosnier nahm auch die riesige Euphorie in der mit 3148 Zuschauern ausverkauften EWE-Arena scheinbar unberührt zur Kenntnis.

"Wir müssen noch einmal volle Konzentration aufbieten", sagte der Bosnier ungeachtet der Tatsache, dass sich die Baskets auf dem Weg zum größten Erfolg in der Vereinsgeschichte befinden.


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