Sonntag, 25.05.2008

Tennis

Kohlschreiber will nach Peking

Düsseldorf - Mit der Entscheidung beim 31. World Team Cup hatten die deutschen Spieler nichts zu tun. Als Schweden in Düsseldorf durch ein 2:1 gegen Russland ungeschlagen den vierten WM-Titel holte, trainierten Philipp Kohlschreiber & Co. schon auf der roten Asche in Roland Garros.

Tennis, Olympia, Kohlschreiber
© Getty

Nicht dabei war Nicolas Kiefer, der seine Drohung von Düsseldorf wahr machte und gefrustet von seiner schwachen Form kurzerhand seinen Start bei dem Saison-Höhepunkt auf Sand absagte.

"Schlechter geht es nicht mehr. So macht es keinen Sinn, in Paris zu spielen", hatte der 30-Jährige nach dem dritten Vorrundenplatz der Nationalmannschaft bei der WM gesagt.

Kohlschreibers Wiedergutmachung

Einen Rucksack voller Enttäuschungen nahm auch Philipp Kohlschreiber mit nach Frankreich, wo es für den Augsburger nicht nur um Wiedergutmachung für das frühe Aus im WM-Rennen geht.

Vor allem will sich der 24-Jährige auf der roten Asche am Bois de Bologne das Recht erstreiten, im August bei den Olympischen Spielen an den Start gehen zu können. Die Norm erfüllt hat bislang nur Kiefer, der in Madrid im vorigen Herbst das Halbfinale erreichte und damit als Einziger die geforderten Kriterien erfüllt.

Um Peking fürchten

Auckland-Sieger Kohlschreiber, der als Weltranglisten-36. bestplatzierter deutscher Tennisprofi ist, muss dagegen um Peking fürchten, weil er bislang weder die Vorschlussrunde einer Masters-Veranstaltung erreicht hat noch ein Viertelfinale bei einem Grand- Slam-Turnier und auch nicht einer der 24 weltbesten Tennisprofis in der bereinigten Rangliste ist.

Bereinigt heißt, dass jeweils nur die besten vier Spieler einer Nation berücksichtigt werden.

Zwei Spieler sollen es sein

"Wir wollen auf jeden Fall zwei Spieler mitnehmen, damit wir auch ein Doppel stellen können", erklärte Bundestrainer Patrik Kühnen. Mehr ist sowieso nicht realistisch ohne den auch in Roland Garros fehlenden Thomas Haas.

Der Silbermedaillen-Gewinner von Sydney 2000 hatte schon vor Wochen auf einen Start in Peking verzichtet. Stichtag zum Erfüllen der Norm ist der 9. Juni, der Tag nach den French Open.

Nur mit Lisicki?

Vor vier Jahren in Athen haben Kiefer und sein Doppel-Partner Rainer Schüttler die Malaise im deutschen Tennis mit der olympischen Silbermedaille kaschiert. Von Edelmetall träumt auch Kohlschreiber im Duett mit Kiefer, die sich als Zweckgemeinschaft auch im Davis Cup zusammengefunden haben.

Dramatischer noch ist die Situation bei den deutschen Tennis-Damen. Einzig Newcomerin Sabine Lisicki traut Klaus Eberhardt einen Start bei Olympia zu.

Nominierung durch den Sportbund

Der Sportdirektor des DTB meinte: "Sie sollte die Kriterien zumindest des Weltverbandes ITF erfüllen. Dann hoffen wir, dass der Deutsche Olympische Sportbund sie auch nominiert." Dafür müsste die Berlinerin bei den French Open die dritte Runde erreichen.

"Für eine 18-Jährige ist das eine einmalige Chance auf Olympia", sagte Fed-Cup-Chefin Barbara Rittner.


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