Sonntag, 04.05.2008

Kanu

Deutsche Sportler fit für Olympia

Duisburg/Markkleeberg - Der dreimalige Olympiasieger Andreas Dittmer bleibt das Sorgenkind, dafür können sich fünf Slalom-Kanuten unbeschwert auf die Spiele in Peking vorbereiten.

Während Dittmer im Canadier-Einer bei der abschließenden nationalen Qualifikation der Rennsportler in Duisburg mit einem Sieg und einer verletzungsbedingten Absage nur zur Hälfte überzeugte und nachsitzen muss, wurden in Markkleeberg die Olympia-Tickets vergeben.

Jennifer Bongardt (Köln) und Alexander Grimm (Augsburg) entschieden im Kajak- Einer den Ausscheidungs-Krimi für sich und fahren wie Jan Benzien aus Leipzig im Canadier-Einer und Felix Michel/Sebastian Piersig aus Spremberg im Canadier-Zweier für die Slalom-Kanuten zu den in knapp 100 Tagen beginnenden Sommerspielen.

"Wir sind auf alle Fälle gut gerüstet für Olympia. Jetzt muss man schauen, was die internationalen Vergleiche bringen", sagte Sportdirektor Jens Kahl, der mit der deutschen Medaillenschmiede Nummer 1 auch ohne die zurückgetretene Rekord-Olympionikin Birgit Fischer wieder für goldene Spiele sorgen will.

Während die einzigen noch fahrenden Athen-Medaillengewinner im Slalom, Marcus Becker/Stefan Henze (Halle/Saale), im Canadier-Zweier scheiterten, erbrachten bei den Rennsport-Kanuten alle sieben noch aktiven Athen-Olympiasieger den geforderten Leistungsnachweis.

Über die 500 Meter gelang das auch Dittmer mit dem Sieg vor dem insgesamt dreimal in der Qualifikation erfolgreichen Junioren-Champion Sebastian Brendel (Potsdam). Dann brach der Neubrandenburger wegen einer Halswirbelblockade die Ausscheidung ab.

"Klar macht man sich auch Sorgen", sagte Bundestrainer Reiner Kießler über den Parade-Paddler Dittmer. "Andreas lebt momentan von seinem Bonus, den er sich jahrelang erarbeitet hat." Auf die EM (15. bis 18. Mai) in Mailand verzichtet Dittmer zugunsten der Olympia- Vorbereitung; bei den Weltcups in Szeged (6. bis 8. Juni) oder in Duisburg (13. bis 15. Juni) will sich der 36-Jährige dann das Peking- Ticket holen.

Vorher muss Dittmer noch einen internen Leistungstest über 1000 Meter absolvieren. "Olympische Spiele finden in etwa 100 Tagen statt, man muss schauen, dass man da fit ist."

Nach dem Ende der nationalen Rennsport-Qualifikation, die ohne große Überraschungen endete, wird nach den Weltcups im Juni dieses Olympia-Aufgebot zusammengestellt.

Dagegen hat das Rechnen und Rätseln bei den Slalom-Spezialisten nach einem Herzschlagfinale und eine Woche vor der EM in Krakau ein Ende.

"Wer sich nach vier Rennen durchsetzt, ist wirklich der Beste", sagte Bundestrainer Jürgen Köhler, der wegen der Reduzierung auf einen Startplatz zahlreiche aussichtsreiche Medaillen-Kandidaten zu Hause lassen muss.

In Markkleeberg bei Leipzig lagen riesengroßer Jubel und Tränen der Enttäuschung nach geplatzten Olympiaträumen dicht beieinander. Kahl: "Medaillengewinner von 2004 qualifizieren sich ebenso nicht wie Fabian Dörfler als Vize-Weltmeister. Fabian waren am Boden zerstört."


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