Nach dem Klassiker "Rund um den Henninger Turm"

Veranstalter sammeln Sympathien

SID
Freitag, 02.05.2008 | 11:13 Uhr
© DPA
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Frankfurt/Main - Schon wenige Minuten nach dem Sieg des Niederländers Karsten Kroon beim Frühjahrsklassiker "Rund um den Henninger Turm" in Frankfurt am Main drehte sich alles um die ungewisse Zukunft des Traditionsrennens.

Organisator Bernd Moos-Achenbach setzt im Werben um einen dringend benötigten neuen Titelsponsor vor allem auf Unterstützung aus der Politik. Sowohl Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth als auch Hessens Ministerpräsident Roland Koch haben ihre Bereitschaft zur Hilfe signalisiert. "Ich brauche ihre Hilfe, sonst bleiben viele Türen verschlossen", sagte der Veranstalter nach der 47. Auflage.

Dass es in den kommenden Jahren am 1. Mai kein Radrennen in der Mainmetropole mehr gibt, kann sich so recht niemand vorstellen. Auch dieses Mal säumten wieder mehrere hunderttausend Radsportfans die Strecke und verbreiteten eine Stimmung wie in den besten Jahren der Tour de France. "Denen kann ich schlecht sagen, dass sie nicht wiederkommen dürfen", meinte Moos-Achenbach.

Keine Übernahme durch die ASO 

Laut seiner Aussage ist für die Organisation des Rennens ein Budget von mindestens 1,2 Millionen Euro notwendig. Am Rande der Veranstaltung kursierten Gerüchte, es würden nur noch 250.00 Euro fehlen, um die Veranstaltung am Leben erhalten zu können. Zahlen, die Moos-Achenbach nicht bestätigen wollte.

Dass sich Vertreter der französischen Sportorganisation ASO, auch Veranstalter der Tour de France, in Frankfurt erstmals ein Bild vom Rennen machten, wollte er nicht überbewerten. Eine Übernahme durch die ASO werde es nicht geben. "Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen."

Gesprächsbereit gab sich Moos-Achenbach, was die Rennstrecke für eine eventuelle Neuauflage angeht. "Der 1. Mai als Tag und das Rhein-Main-Gebiet als Region sind nicht verhandelbar. Ob das Rennen aber in Frankfurt startet oder auf dem Feldberg im Taunus, ist mir egal."

Eifel-Equipe dominiert das Feld 

Wie der emsige Veranstalter um sein Rennen bangt Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer um den Fortbestand seines Rennstalls nach dem Ausstieg des Hauptsponsors zum Jahresende. Mit den Darbietungen beim Henninger-Rennen machten die Fahrer in den hellblauen Trikots wie wenige Tage zuvor bei Lüttich-Bastogne-Lüttich Werbung in eigener Sache.

Von Beginn an dominierte die favorisierte Eifel-Equipe das Geschehen und war auch in der entscheidenden, neun Fahrer umfassenden Spitzengruppe mit Fabian Wegmann und dem im Sprint knapp von Kroon geschlagenen Davide Rebellin vertreten.

"Hoffentlich bis nächstes Jahr!" 

Dass es am Ende nicht zum Heimsieg langte, konnte Holczer verschmerzen. "Ich denke, wir haben uns toll präsentiert. Für uns war das ein toller Abschluss der Frühjahrssaison. Jetzt wollen wir im Sommer in Frankreich etwas reißen", meinte der Teamchef. Mit Platz zwei für den Italiener Rebellin und Rang vier für den deutschen Meister Wegmann lag das Gerolsteiner-Team im Soll.

Gute Argumente also für die abschließenden Gespräche in den Vorstandsebenen zweier interessierter Unternehmen. "Bis Ende Juni wissen wir Bescheid, ob es weitergeht", sagte Holczer. Sprach's und verabschiedete sich vom Veranstalter: "Hoffentlich bis nächstes Jahr."

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