Freitag, 23.05.2008

Turnen

Heißer Kampf um Plätze hinter Hambüchen

Berlin - Das Zugpferd legt eine Pause ein, doch auch ohne Fabian Hambüchen fallen bei der ersten Olympia-Qualifikation wichtige Vorentscheidungen im Kampf um die Peking-Tickets.

"Es ist wie beim Länderkampf in Aalen: Als ob die Stones ohne ihren Frontmann Mick Jagger spielen", erklärte Cheftrainer Andreas Hirsch die Situation, nachdem der frischgebackene Reck-Europameister angesichts seines Stress-Programms planmäßig eine Pause zum Auskurieren seiner Blessuren an Fuß und Finger einlegt.

Doch Hirsch erinnert auch daran, dass die Mannschaft in Aalen auch ohne ihren Vorturner eine Top-Leistung ablieferte und diese wenige Tage später gemeinsam mit Hambüchen mit EM-Silber krönte.

Großer Kader benötigt

Der Chefcoach denkt vor dem Aufeinandertreffen im Berliner Velodrom, wo am Samstag mehr als 4000 Zuschauer erwartet werden, noch nicht unbedingt an seine Top 6 für die Riege in Peking. "Es ist noch Zeit und wir brauchen einen großen Kader, um uns optimal vorzubereiten."

Deshalb will Hirsch von einem Zweikampf zwischen dem Stuttgarter Thomas Andergassen, der wegen einer Schulter-Operation noch nicht in Bestform ist, und dem EM-Zweiten Robert Weber (Ehmen) um das sechste Ticket nichts wissen.

Boy und Juckel mit guten Karten 

"In Berlin wollen wir erst mal sehen, wer sich überhaupt keine Hoffnungen mehr machen darf. Zwei Wochen später bei den Meisterschaften in Chemnitz sehen wir schon klarer."

Beste Karten, zur Olympia-Riege zu zählen, haben neben Hambüchen (Wetzlar) die beiden Cottbuser Philipp Boy und Robert Juckel sowie Marcel Nguyen (Unterhaching), die zur EM-Riege in Lausanne gehörten.

 Zudem gilt Eugen Spiridonov (Bous) aufgrund seiner Allrounder- Fähigkeiten als sichere Bank. Insgesamt stellen sich in Berlin 15 Turner den Kampfrichtern. Sein Comeback nach Fuß-Operation feiert der vorjährige EM-Dritte am Boden, Matthias Fahrig aus Halle.

Kölnerin führt das Feld an

Europameisterin Oksana Tschussowitina führt das Feld der zwölf Auswahl-Turnerinnen an, die sich noch Hoffnungen auf die Fahrkarten nach Peking machen dürfen. Gesetzt scheint neben der Kölnerin auch Lokalmatadorin Katja Abel, die mit 25 Jahren ihren dritten Frühling erlebt.

"Bei anderen Namen gibt es noch Fragezeichen. Anja Brinker kann nach ihrer Fuß-Operation nur am Barren turnen und muss auch noch auf den Abgang verzichten", meinte Cheftrainerin Ulla Koch.

Bijak überrascht

Gespannt sind die Turn-Anhänger auf die Barren-Übung der WM-Fünften Marie-Sophie Hindermann (Tübingen), die bei der EM ihre hochkarätige Übung mit Ausgangswert 7,4 zwar präsentierte, aber noch nicht durchturnte.

Eine kleine Überraschung ist die Meldung der Kölnerin Daria Bijak, die seit ihrem Amerika-Aufenthalt in keinem DTB-Kader mehr registriert ist und sich allein mit College- Wettkämpfen fit hielt. Die WM-Zehnte von 2005 will aber noch einmal angreifen, obwohl sie nicht die Top-Schwierigkeiten bieten kann wie die siebtplatzierte EM-Riege.


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