Donnerstag, 01.05.2008

Turnen

Hambüchen bangt um EM-Start

Kienbaum - Den Fuß geprellt, den Finger gestaucht: Fabian Hambüchen bangt eine Woche vor den Europameisterschaften um seinen Start in Lausanne.

"Die vergangene Woche ist echt nicht gut gelaufen. Erst habe ich mir letzten Samstag bei einer Bodenübung den Fuß wehgetan und nun auch noch den Finger verknackst: Zwei Handicaps auf einmal, das ist mir noch nie passiert", sagte der Reck-Weltmeister während seines Aufenthalts im Trainingslager Kienbaum, das für ihn mit einem klaren Mehrkampf-Sieg in der internen EM- Qualifikation noch optimal begonnen hatte.

Seine Verletzung am Ringfinger der linken Hand zog er sich beim Kolman-Flieger am Reck zu, als er die Stange nicht richtig zu fassen bekam. "Es hat richtig geknackst im Finger.

"Ich trainiere weiter" 

Aber mir fiel ein Stein vom Herzen, als die Diagnose im Krankenhaus Rüdersdorf bestätigte, dass nichts gebrochen ist", meinte der 20-jährige Wetzlarer, der aber unbedingt in Lausanne seinen Reck-Titel aus dem Vorjahr in Amsterdam verteidigen möchte. "Ich bin recht zuversichtlich, dass ich starten kann. Mal sehen, was die nächsten Tage bringen."

Seinen Start bei der EM-Generalprobe in Aalen beim Länderkampf gegen Großbritannien hat Hambüchen aber abgesagt, um die Genesung nicht zu gefährden.

"Ich trainiere natürlich weiter und liege jetzt nicht auf der faulen Haut. Boden und Sprung lasse ich wegen der Fuß-Verletzung erst mal aus, aber an den anderen Geräten kann ich schon einiges machen. In zwei, drei Tagen verliert man auch nicht seine Form", sagte er optimistisch. In Aalen springt nun Eugen Spiridonov (Bous) als fünfter Mann neben den anderen vier für die EM nominierten Turnern ein.

EM ist nicht der Jahreshöhepunkt 

"In den zurückliegenden Jahren hat Fabian immer die Big Points gemacht. Jetzt hat es unser Rückgrat getroffen, und gleich zweimal hintereinander. Das ist nicht schön, aber die EM ist nicht der Jahreshöhepunkt", meinte Cheftrainer Andreas Hirsch.

"Das Ziel ist bekannt, der Fahrplan steht. Auf keinen Fall werden wir eine Folge-Verletzung riskieren", deutete Hirsch an, dass unter Umständen bei der EM auf Hambüchen verzichtet werden muss, um das Unternehmen Peking nicht zu gefährden. "Auch ein Hambüchen kann nicht zaubern", sagte Hirsch.

Mit Zuversicht in die Zukunft 

Für die Riege, die sich als WM-Dritter in der Lage sieht, bei der EM auch eine Mannschaftsmedaille zu gewinnen, wäre das ein arger Rückschlag. Fabian Hambüchen ist in Lausanne immerhin für den Einsatz an fünf Geräten vorgesehen, nachdem er selbst an den Ringen den Rückstand zur Weltspitze verringert hatte.

"Ich bin ja in ständiger medizinischer Betreuung. Und der Finger fühlt sich jetzt schon besser an als nach dem Missgeschick. Ich denke schon, dass es noch was wird mit der EM", hofft der Champion.


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