Leichtathletik

Fitschens letzter Olympia-Versuch

SID
Mittwoch, 28.05.2008 | 18:50 Uhr
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Wattenscheid - Diplom-Physiker Jan Fitschen weiß, dass die Erfüllung der 10 000-Meter-Norm für die Olympischen Spiele in Peking für ihn ein Quantensprung wäre.

Bei seinem ersten Versuch am 4. Mai in Oregon/USA drückte er seine persönliche Bestzeit schon um acht Sekunden (28:02,55 Minuten). Noch einmal fast 13 Sekunden schneller muss der 31-jährige Europameister im belgischen Nerpelt laufen, um die Peking-Norm von 27:00 Minuten noch zu erreichen.

"Ich bin in Form und ich hoffe es klappt", sagte Fitschen vor dem 10-Kilometer-Showdown. "Professioneller hätte ich mich darauf nicht vorbereiten können."

Es gibt einen Plan B

Allerdings braucht der Wattenscheider Langstreckler perfekte Bedingungen, um seine bisherige Leistungsgrenze zu durchbrechen.

"Man kann rennen wie verrückt, doch wenn es windig ist oder regnet, ist es vorbei", sagte Fitschen. Im vergangenen Jahr hatte er in Belgien Glück: In Heusden nutzte er die letzte WM-Chance über 5000 Meter mit neuer Bestzeit von 13:14,85 Minuten.

"Er hat ein Pfund drauf. Ich glaube, dass er eine Chance hat", urteilt sein Trainer Tono Kirschbaum, der jedoch auch die Statistik kennt: "In den vergangenen drei Jahren haben insgesamt nur drei Europäer diese Zeit geknackt." In der aktuellen Weltrangliste taucht hinter einer afrikanischen Armada erst an 16. Stelle der Österreicher Günter Weidlinger auf.

Für den Fall des Scheiterns wird Fitschen einen zweiten Olympia- Anlauf über 5000 Meter nehmen.

"Das ist der Plan B", sagte der viermalige deutsche Meister über diese Distanz. Und die Peking-Norm liegt mit 13:21,40 Minuten deutlich in seinem Leistungsspektrum.

Karriere soll noch weiter gehen

"2007 bin ich 13:14,00 Minuten gelaufen, das gibt mir Sicherheit", so Fitschen. Außerdem kann er sich nach Beendigung seines Physik- Studiums völlig unbelastet der Lauferei widmen und bis zur Heim-WM 2009 in Berlin dem Sport die erste Priorität einräumen.

"Dann werde ich mir langsam mal einen Job suchen müssen", sagte Fitschen.

Chancen auf eine Medaille wird er aber erst 2010 bei der EM in Valencia haben. "Den Titel dort zu verteidigen, wäre ein Traum, aber es wird schwierig", sagte Fitschen, "bei der EM 2006 in Göteborg habe ich Glück gehabt, weil keiner mit mir gerechnet hat. Doch beim nächsten Mal wird die Konkurrenz auf mich aufpassen."

Das Ende der Karriere des erst spät erfolgreichen Athleten soll die EM in zwei Jahren noch nicht markieren.

"Ich werde immer noch besser, und es macht Spaß. Warum sollte ich aufhören", meinte Fitschen, der rund 150 Kilometer pro Woche trainiert. Ausgeschlossen ist für ihn auch ein Wechsel zum Marathon nicht. "Es wäre eine Herausforderung. Ich bin immer neugierig, etwas Neues auszuprobieren", sagte Fitschen.

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