Donnerstag, 29.05.2008

Radsport

Dopingverdacht: Milram trennt sich von Astarloa

Berlin - Das Thema Doping holt das Bremer Milram-Team innerhalb eines Monats zum zweiten Mal ein. Nach dem Italiener Alessandro Petacchi ist Ex-Weltmeister Igor Astarloa der zweite prominente Milram-Radprofi, dessen Vertrag wegen eines Dopingverdachts vorzeitig beendet wurde.

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© DPA

"Er hat einen Brief erhalten, er fährt nicht mehr bei uns. Damit ist er aber nicht einverstanden und deshalb liegt der Fall bei den Anwälten", erklärte dazu auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa Milram-Manager Gerry van Gerwen.

Damit bestätigte der Niederländer Informationen von "Focus Online" über fundierte Verdachtsmomente gegen den 32-jährigen Spanier.

Auffällige Blutwerte 

Astarloa, Weltmeister von 2003 in Hamilton und danach sportlich nie mehr sehr auffällig, soll beim Giro d'Italia vor der zweiten Etappe nicht wie vom Team gemeldet "wegen Magen-Problemen, sondern wegen auffälliger Blutwerte ausgestiegen" sein, berichtete die Internetseite des Nachrichtenmagazins.

"Das Team Milram, die deutsch- italienische Combo mit dem geständigen Epo-Nutzer Erik Zabel an der Spitze, hat einen Verdachtsfall", schrieb "Focus Online". Es liege "aber kein positiver Doping-Fall vor", erklärte van Gerwen.

Astarloas Fall steht wahrscheinlich im Zusammenhang mit den Tests des Radsport-Weltverbandes UCI für die neu eingeführten Blutpässe.

Astarloa offiziell gestrichen

Bei der neuen Anti-Doping-Prophylaxe werden Blut-Parameter und der Hormon-Status der Profis angelegt und nach Tests immer wieder verglichen. Mit Stand vom Donnerstag wird Astarloa offiziell bei der UCI nicht mehr als Mitglied des Milram-Teams geführt.

Die Führungs-Etage des Sprinter-Teams um Erik Zabel lässt sich mit brisanten Entscheidungen im Zusammenhang mit Doping oft lange Zeit.

Sprintstar Petacchi erhielt den Laufpass "in beiderseitigem Einvernehmen" zehn Tage nachdem der Internationale Sportgerichtshof CAS die Einjahressperre gegen ihn ausgesprochen hatte.

Petacchi sucht neues Team

Der Fall Astarloa ist seit dem 10. Mai im Schwange - offiziell reagierte der von einem norddeutschen Milchkonzern gesponserte Rennstall erst auf Anfrage. "Wir konnten keine Pressemitteilung herausgeben, um in dem schwebenden Verfahren nichts zu präjudizieren", sagte van Gerwen.

Petacchi, der sich nach Ablauf seiner Sperre am 31. August einem neuen Team anschließen will, war ein zu hoher Wert des Anti-Asthma-Mittels Salbutamol zum Verhängnis geworden.

Genauer Befund noch nicht bekannt

Er besaß zwar eine Ausnahmegenehmigung, überschritt aber die Höchstwerte, so dass ein Manipulationsverdacht nahe lag. Astarloas genauer Befund ist noch nicht bekannt.

"Jeder Verstoß gegen die Team-Richtlinien wird geahndet. Aufgrund dieser klaren Richtlinien, in der unter anderem die Konsequenzen bei Missachtungen der UCI-Regularien definiert sind, entschloss sich das Team, den Vertrag mit Alessandro Petacchi aufzulösen", hieß es am 16. Mai in einer Milram-Stellungnahme zur Petacchi-Entlassung.


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