Sonntag, 25.05.2008

Leverkusener Basketball am Ende

Auf einmal ist alles vorbei

Leverkusen - Als Tyron McCoy wenige Sekunden vor dem Spielende mit seinem Korbleger scheiterte, war eine der größten Erfolgsgeschichten des deutschen Basketballs endgültig beendet.

BBL, Basketball, Playoff, McCoy, Brempong
© Getty

Die 58:59 (29:36)-Niederlage der Bayer Giants Leverkusen gegen die Skyliners Frankfurt im fünften Viertelfinalspiel der Playoff-Serie bedeutete nicht nur das Ausscheiden der Gastgeber.

Mit der Schlusssirene war es zugleich endgültig vorbei mit Basketball unter dem Bayer-Kreuz. Nach 40 Jahren in der ersten Liga, 14 deutschen Meisterschaften und zehn Pokalsiegen ziehen die Korbjäger nach Düsseldorf um, weil sich der Bayer-Konzern als Sponsor zurückzieht.

Ganz spezieller Moment

"Das ist schon ein ganz spezieller Augenblick. Ich kann noch gar nicht fassen, dass jetzt der Moment gekommen ist, in dem es vorbei ist", sagte Abteilungsleiter Otto Reintjes.

Der Leverkusener "Mister Basketball" rang sichtlich nach Fassung, als er die vielen weinenden Zuschauer auf den Rängen der Wilhelm-Dopatka-Halle sah.

Dort, wo unzählige Nationalspieler wie Detlef Schrempf, Henning Harnisch, Chris Welp oder Hansi Gnad einst mit dem Ball zauberten und auch der heutige Nationaltrainer Dirk Bauermann seine größten Erfolge als Coach feierte, wird es in Zukunft keinen Bundesliga-Basketball mehr geben.

Ein Stück Leverkusener Geschichte

Was bleibt, sind die Erinnerungen. Wie zum Beispiel die 14 Meisterbanner, die auch am Samstag wie Trophäen unter dem Hallendach hingen. "Diese Banner bleiben auf jeden Fall in Leverkusen und werden irgendwo im Vereinsheim einen Platz finden.

Das ist ein Stück Leverkusener Geschichte, das nicht mit nach Düsseldorf gehen kann", sagte Reintjes.

Wer geht mit?

Wer überhaupt den Weg nach Düsseldorf mitmachen wird, ist noch unklar. "Heute sind wir erst einmal traurig und jeder Spieler darf das machen, was er für richtig hält. Am Montag kommen wir dann noch einmal zusammen und werden dann sehen, wie es weitergeht", erklärte Reintjes.

Neben der Zukunft der meisten Spieler ist auch ein weiteres Engagement von Erfolgscoach Achim Kuczmann und seines Co-Trainers Hansi Gnad noch unklar. Zudem steht der Name des Klubs für die kommende Saison noch nicht fest. Sicher ist nur, dass die Basketball- Bundesliga einer Übertragung der Lizenz auf den neuen Verein zugestimmt hat.

Basketball-Fieber in Frankfurt

Während in Leverkusen viele Tränen getrocknet werden mussten, versanken die Frankfurter Spieler und Fans in einen Freudentaumel. Nach zwei Jahren ohne Playoffteilnahme ist in der Main-Metropole ein neues Basketball-Fieber ausgebrochen.

"Das war ein wichtiger Zwischenschritt. Jetzt freuen wir uns auf das Halbfinale", sagte Nationalspieler Pascal Roller. Der Spielmacher war mit 16 Punkten nicht nur erneut bester Werfer seines Teams. Acht Sekunden vor dem Ende versenkte er auch die beiden entscheidenden Freiwürfe und machte so den Weg ins Halbfinale gegen die Telekom Baskets Bonn frei.

Bonn mit Selbstvertrauen

"Ich erwarte wieder eine hartumkämpfte Serie", sagte Skyliners-Coach Murat Didin. Schließlich kommen die Bonner mit dem Selbstvertrauen, den Pokalsieger und Titelfavoriten Artland Dragons Quakenbrück ausgeschaltet zu haben.

Im zweiten Semifinale ist ALBA Berlin Favorit gegen die Baskets Oldenburg, die am Freitag Meister Bamberg eliminiert hatten.


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