Donnerstag, 01.05.2008

Letzter Deutscher draußen

Auch Berrer in München ausgeschieden

München - Nach den Absagen von Thomas Haas und Philipp Kohlschreiber hat sich auch die zweite deutsche Garde vom Münchner Tennisturnier verabschiedet. Als letzter Deutscher scheiterte Michael Berrer (Stuttgart) bei der mit 349.000 Euro dotierten Sandplatz-Veranstaltung.

Tennis, Berrer
© DPA

Der 27-Jährige lieferte sich im Achtelfinale gegen den Russen Marat Safin beim 6:7 (4:7), 7:6 (7:5), 6:3 zwar einen harten Kampf, doch der ehemalige Weltranglisten-Erste hatte nach einer Regenpause das bessere Ende für sich und erreichte sein erstes Viertelfinale seit neun Monaten.

Beim ersten Heimturnier der Saison war zuvor bereits Berrers Davis-Cup-Kollege Philipp Petzschner in der Runde der letzten 16 gescheitert. Der Bayreuther unterlag Marin Cilic (Kroatien/8) mit 4:6, 6:7 (7:9). Für den Mettlacher Benjamin Becker war der an 7 gesetzte Belgier Steve Darcis beim 3:6, 4:6 zu stark.

Aushängeschilder mussten absagen 

Die anderen Deutschen wie der Korbacher Rainer Schüttler waren bereits in der ersten Runde gescheitert, Haas und Kohlschreiber hatten aus gesundheitlichen Gründen passen müssen.

"Dass gerade die zwei Aushängeschilder absagen, ist enttäuschend für die Fans", sagte Turnierdirektor Patrik Kühnen. Die erneuten Schulterprobleme von Haas treffen jedoch nicht nur den Münchner Veranstalter, auch die Turniere in der kommenden Woche in Rom und danach am Hamburger Rothenbaum (12. bis 18. Mai) hat der Wahlamerikaner abgesagt. Sogar die Teilnahme an den am 25. Mai beginnenden French Open ist fraglich.

"Wenn ich nicht nahe an meinen 100 Prozent spielen kann, will ich mir das nicht antun, zu spielen", begründete Haas seine Turnier- und Trainingspause. Von einem Karriereende will er noch nichts wissen. Wann der erkrankte Kohlschreiber in die Turnier-Saison zurückkehrt, stand noch nicht fest.

Berrer verpasst Bigpoints 

"Mit Sorge" verfolgt Kühnen als Davis-Cup-Teamchef die Probleme von Haas, beim Regenspiel am Mai-Feiertag musste er als Turnierchef dann den K.o. für seinen letzten deutschen Profi hinnehmen. Im Duell der beiden hoch aufgeschossenen Kraftpakete erwies sich Berrer als zäher Gegner für Safin, verpasste aber die Bigpoints.

Die deutsche Nummer vier, für die bisher als bestes Karriereergebnis die Halbfinalteilnahme in Moskau im vergangenen Jahr zu Buche steht, begeisterte die Münchner Tennisfans mit seinem variablen Spiel, gekonnten Netzattacken und seinem starken Aufschlag. In den entscheidenden Situationen war das Spiel des auf Weltranglistenplatz 65 notierten Linkshänders aber zu fehlerhaft. Safin, der mittlerweile als Nummer 84 in der Welt geführt wird, agierte in diesen Phasen abgeklärter.

Safin das neue Zugpferd 

"Ich war schon froh, hier überhaupt eine Wildcard bekommen zu haben", meinte Safin. Zahlreiche Verletzungen haben dem 28 Jahre alten Gewinner von zwei Grand-Slam-Turnieren in den vergangenen Jahren immer wieder zugesetzt.

Nach Absagen und Ausscheiden der insgesamt neun deutschen Profis ist Safin, der mit seinem Lebensstil, seiner Leidenschaft für schnelle Autos und hübsche Frauen etwas Glamour versprüht, nun das Zugpferd für die Veranstalter. Nach 2:40 Stunden verwandelte der von Kühnen als "Supertyp" bezeichnete Safin seinen zweiten Matchball.


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