Mittwoch, 16.04.2008

Volleyball

VfB Friedrichshafen vor viertem Double

Berlin - Der Seriensieger VfB Friedrichshafen kann den Sekt für die neunte deutsche Meisterschaft und das vierte Double in Serie kalt stellen.

Durch den 3:0 (25:22, 25:22, 25:17)-Erfolg beim SCC Berlin im zweiten Finale der Serie "best of three" kann das Team vom Bodensee mit einem Sieg im Heimspiel schon den 19. nationalen Titel seit 1998 einheimsen.

Es wäre das achte Double für den Champions-League-Gewinner vom Vorjahr. Bei den Frauen können die Roten Raben Vilsbiburg vorzeitig ihren ersten Titelgewinn mit einem Erfolg beim Ex-Meister Schweriner SC perfekt machen.

33. Spiele, 33 Siege

"Wir haben eine gute Chance, schon am Samstag Meister zu werden", sagte Bundestrainer Stelian Moculescu. Sein Team könnte mit dem 33. Sieg im 33. Spiel auf nationaler Ebene eine Bilanz mit Seltenheitswert erzielen.

"Ich habe das als Spieler 1975 auch schon geschafft. Wie wir den Titel gewinnen, ist mir scheißegal", betonte der Coach und lobte Zuspieler Lukas Tichacek, der in seiner ersten Saison in der Stammformation gut mit Christian Pampel (16 Punkte) harmonierte und selbst sechs Punkte beisteuerte.

Friedrichshafen war im Service mit 13:4 Assen besser und hatte auch Vorteile im Block. "Klar sind wir enttäuscht. Wenn die Annahme nicht funktioniert, hat man gegen die im Aufschlag stärkste Mannschaft der Liga und eine der stärksten in Europa keine Chance", sagte SCC-Trainer Michael Warm.

Zu Umstellungen gezwungen

Er war durch Verletzungsprobleme zu Umstellungen gezwungen, die sich als zu großes Handicap erwiesen. "Dadurch hatten wir nicht die Mittel, Friedrichshafen ein ebenbürtiger Gegner zu sein", meinte der SCC-Coach.

Für den wegen Grippe fehlenden Dirk Westphal, der im ersten Spiel eine starke Leistung gezeigt hatte, wurde Sebastian Prüsener aufgeboten, für den Frank Bachmann auf die ihm angestammte Libero-Position rückte.

Als Prüsener dann im zweiten Satz umknickte und sich schwer verletzte, ging zunächst noch einmal eine Trotzreaktion bis zur 19:15-Führung durch die SCC-Mannschaft.

Böhme mit angebrochenen Daumen

Aber auch Aleksandar Spirovski, mit 16 Zählern einmal mehr der erfolgreichste Berliner, konnte nicht verhindern, dass die Gäste den Durchgang noch kippten. Erst nach dem Spiel wurde bekannt, dass Nationalspieler Marcus Böhme mit einem angebrochenen Daumen der linken Hand auf dem Parkett stand.

Der 25-jährige Prüsener zog sich eine Innenknöchelfraktur im linken Fuß zu und wurde nach Vereinsangaben noch in der Nacht operiert. Der SCC rechnet mit sechs Monaten Pause. "Das war furchtbar anzusehen, alles Gute für Prüsi", sagte Moculescu.

"Das war spielentscheidend, er ist unser bester Annahmespieler", befand SCC- Kapitän Jaroslav Skach. "Dieses Verletzungspech ist nicht zu kompensieren. Es wäre vermessen, jetzt noch an einen Sieg in Friedrichshafen und eine Wende zu glauben", sagte SCC-Manager Kaweh Niroomand.


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