Dienstag, 08.04.2008

Volleyball

Berlin fordert Friedrichshafen heraus

Berlin - "Finale, Finale" skandierten die Fans nach dem Einzug der Volleyballer des SCC Berlin in das Finale um die deutsche Meisterschaft der Männer.

Nach dem 3:1 (25:17, 25:22, 22:25, 25:23)-Heimerfolg im Entscheidungsspiel über den Meorser SC fordern die Berliner nun Titelverteidiger VfB Friedrichshafen in der Endspielserie "best of five" heraus.

"Es wurde Zeit, mal wieder im Finale zu stehen. Endlich sind wir wieder da, wo wir waren und wo wir auch hingehören", sagte SCC-Manager Kaweh Niroomand.

Friedrichshafen seit 26 Spielen ungeschlagen

Das Duell zwischen den Erzrivalen Berlin und dem zehnmaligen Pokalsieger, der seinen neunten Titel seit 1998 anstrebt, hat in der Vergangenheit oft die Meisterschaft und den Pokal bestimmt. Als Titelträger 2003 und 2004 sowie Pokalsieger 2000 konnte bisher nur Berlin den Siegeszug von Friedrichshafen stoppen.

Der Champions- League-Gewinner des Vorjahres hat bisher 26 Bundesligaspiele und dazu im Pokal nicht verloren und will das achte Double. "Ich war mir sicher, dass es der SCC ins Finale schafft. Die Mannschaft ist an einem guten Tag in der Lage, jeden zu schlagen", sagte Bundestrainer Stelian Moculescu. In allen drei Saisonduellen waren seine Friedrichshafener bisher erfolgreich, im Berliner Bundesliga-Spiel allerdings erst nach einem 0:2-Rückstand.

Harte Konkurrenz in Berlin

SCC-Manager Niroomand verwies auf den schwierigen und harten Weg, der angesichts der Konkurrenz-Situation in der Hauptstadt mit den Fußballern von Hertha BSC, den Eisbären aus der Deutschen Eishockey-Liga, den ALBA-Basketballern und den Bundesliga-Füchsen im Handball sowie vielen anderen Erstligisten finanziell zu schultern ist. "Doch unser gesamtes Team hat sich in einer stärker gewordenen Liga entwickelt und durchgekämpft. Dafür lohnt sich alle Arbeit und Mühe."

Immerhin haben sich die Berliner dank des Finaleinzugs bereits für den CEV-Cup qualifiziert und können von der Champions League träumen. Niroomand beziffert die Chancen gegen den Ligakrösus auf 50:50. Der Moerser Trainer Georg Grozer Senior meinte: "Wenn der SCC so konzentriert spielt wie beim 3:0 in Moers und heute, dann kann das Team auch etwas reißen. Wir haben das Endspiel zu Hause verpasst."

Saison wie ein Berglauf

SCC-Coach Michael Warm hielt sich bedeckt: "Damit beschäftigen wir uns erst nach einem freien Tag." Die Saison bezeichnete er als einen Berglauf. "Wir sind vier- bis fünfmal schwer abgestraft worden und immer gestärkt aus den Tälern herausgekommen. Wir haben immer an unseren Sieg geglaubt und stehen verdient im Finale. Und da hat jeder eine Chance."

Auch Kapitän und Zuspieler Jaroslav Skach, der eine Saison in Friedrichshafen gespielt hat, davon überzeugt. "Wenn wir an die Leistung der Moers-Siege anknüpfen können, warum nicht. Aber die sind richtig gut und national noch ohne Niederlage", warnt er.


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