Mittwoch, 02.04.2008

Turnen

Turnerinnen winkt erstmals Team-Finale

Clermont-Ferrand - Die deutschen Turnerinnen stehen bei den Europameisterschaften in Clermont-Ferrand endlich einmal nicht im Schatten von Reck-Weltmeister Fabian Hambüchen und wollen für den wichtigsten Olympia-Test den Schwung der Stuttgarter Heim-WM nutzen.

Die Vorbereitung für die Peking-Reifeprüfung am Fuße des erloschenen Vulkans Puy de Dome im französischen Zentralmassiv lief aber alles andere als reibungslos.

"In den vergangenen Wochen hatten wir einige Sorgen, doch jetzt sind wir schon wieder optimistisch", bekannte Cheftrainerin Ulla Koch vor den Wettkämpfen.

Trainingspause für Abel

Die Barren-WM-Fünfte Marie-Sophie Hindermann musste wegen einer Zerrung an der Hüfte fünf Tage mit dem Training pausieren und auch "Leitwolf" Katja Abel durfte wegen einer fiebrigen Kehlkopf-Entzündung eine Woche lang nicht an die Geräte.

"Schade, ich war gut in Form. Jetzt fehlt etwas Kondition am Boden, und auch meine Barren-Übung musste ich leicht entschärfen. So aber wird es gehen", hofft die Berlinerin, die vor zwei Jahren im griechischen Volos den deutschen Turnerinnen beim Sprung die erste EM-Medaille seit 19 Jahren beschert hatte. "Und wenn es nicht klappt, wird mir wohl auch keiner den Kopf abreißen", sagte die 24-Jährige.

Der erstmalige Einzug in das Finale der besten acht Teams ist das Minimalziel. Zwar kamen die deutschen Frauen 1996 in Birmingham schon einmal auf Platz 7, doch gab es da noch keinen Endkampf um die Medaillen.

Sogar Platz 6 scheint diesmal möglich, wenn die Form der WM 2007 wieder abgerufen werden kann, als die Riege mit Platz zehn erstmals seit 1992 die Olympia-Qualifikation schaffte.

Tschussowitina zurückhaltend

Zudem gilt die 32 Jahre alte Wahl-Kölnerin Oksana Tschussowitina als Medaillen-Kandidatin im Sprung, auch wenn sie das selbst gar nicht an die große Glocke hängen möchte.

"Alle wollen die Medaillen, jede muss erst einmal ihre Sprünge stehen. Ich will mich nicht durch Prognosen unter Druck setzen", meint die "Turn-Oma", die in China als erste Turnerin der Welt ihre fünften Spiele erleben könnte.

Kräftige Verstärkung erhält das "Turn-Team Deutschland" durch die Youngster Marie-Sophie Hindermann (16) und Joeline Möbius (15), die vor zwei Jahren noch bei den Juniorinnen mit EM- Bronze die erste Team-Medaille für den Deutschen Turner-Bund (DTB) erkämpften.

Brinker muss passen

WM-Finalistin Anja Brinker aus Herkenrath, die Dritte aus dem erfolgreichen JEM-Team, muss wegen Verletzungen passen. Ihr wurde vorige Woche eine Verknöcherung an der Ferse entfernt, was sie zu sechs Wochen Pause zwingt. Zu den Spielen soll sie wieder fit werden.

"Im Moment schmerzt die Hüfte nicht mehr. Ich hoffe nur, das bleibt so. Optimale Vorbereitung ist aber etwas anderes", meinte Marie-Sophie Hindermann, die seit der WM schon zwei Knie-Operationen über sich ergehen lassen musste.

Sie wird neben ihrem Parade-Gerät, dem Barren, auch beim Sprung eingesetzt. Die noch ein Jahr jüngere Joeline Möbius soll am Boden und Balken möglichst viele Punkte für ein optimales Mannschafts-Ergebnis beisteuern.

Eine Mehrkampfsiegerin wird in Clermont-Ferrand unter den 314 Turnerinnen aus 34 Nationen nicht ermittelt. Nach dem Team-Finale, in dem Italien den Titel zu verteidigen hat, geht es einen Tag später um EM-Medaillen an den vier Geräten.


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