Montag, 21.04.2008

Olympia

Test im "Nest": Regen bremst Marathonläufer

Peking - Beim Test im "Nest" brachte Regen nicht nur Segen. 16 Wochen vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Peking wurden die Marathonläufer in ihrem Tatendrang nur durch ungewöhnlich starke Regenfälle gebremst, kleinere organisatorische Pannen störten dagegen kaum.

Vor dem Olympiastadion ("Vogelnest") waren bei der Eröffnung die Wege wegen Gartenarbeiten so verschlammt, dass Arbeiter für die Läufer noch schnell Strohmatten auslegen mussten, wie chinesische Medien berichteten.

Bei der Siegerehrung fiel die Musikanlage aus, so dass die Nationalhymne für die drei chinesischen Athletinnen auf dem Podest nicht gespielt werden konnte. Stattdessen halfen spontan die mehr als 3000 Zuschauer aus und sangen aus voller Kehle die chinesische Hymne, als die Medaillen verliehen wurden.

Ausländische Teams waren eigens angereist, um die Luftqualität zu messen. Als eine halbe Stunde nach dem Start der heftige Regen begann, wurden die Untersuchungen eingestellt.

Sanchez beklagt Luftverschmutzung

Beim Geher-Wettbewerb über 20 Kilometer hatte der mexikanische Athlet Eder Sanchez über die Luftverschmutzung geklagt: "Nach 15 Kilometern taten mit die Augen weh, und ich hatte Halsschmerzen."

Es war der erste olympische Testwettbewerb im gerade fertiggestellten Olympiastadion, das seinen Namen von der einzigartigen Form durch die Stahlträger erhält, die sich wie Zweige in einem Adlerhorst biegen.

Anders als bei den Gehern, die bei 28 Grad Wärme antraten, fiel das Quecksilber für die Marathonläufer am frühen Sonntagmorgen auf 8 Grad und stieg auch später nur auf rund 15 Grad.

Yamauchi lobt Organisation

"Luftverschmutzung wird eine Herausforderung für Olympia, und ich hoffe, dass die Organisatoren etwas daran ändern können", zitierte die "China Daily" die Fünfte des Laufes, die Britin Maria Rosalind Yamauchi. Zum Schluss gab es ein Lob von der Athletin: "Die allgemeine Organisation war gut. Es ist ja nur ein Test."

Die deutschen Florettherren und Degendamen waren bei den Team-Weltmeisterschaften zufrieden mit der Convention Hall. "Das war schon ein olympischer Rahmen", sagte Degen-Weltmeisterin Britta Heidemann.

Die Leverkusenerin spricht fließend Mandarin und ist in China nach vielen Aufenthalten und Presseberichten sehr populär.

Bis auf Kleinigkeiten kamen Trainer und Athleten mit den Verhältnissen in der Messehalle inmitten des "Olympic Green" gut zurecht.

Probleme mit dem Zeitplan

Allerdings geriet der Zeitplan aus den Fugen, der "Call-Room" der Athleten vor deren Gefechten war zu klein und obendrein überheizt. Die Vielzahl der Volunteers zeigte sich sehr freundlich und bemüht, aber nicht jeder Helfer verstand oder sprach Englisch.

Peking-Kritikerin Imke Duplitzer, die die Fernsehzuschauer zu einem TV-Boykott aufgerufen und zuvor ihr Fernbleiben von der Eröffnungsfeier angekündigt hatte, sagte: "Sie sind schon alle sehr nett hier."

Doch nach einem Ausflug spürte sie die Luftverschmutzung: "Als wir durch die verbotene Stadt gegangen sind, hatte ich abends Probleme mit der Luft." Um sie zu verbessern, wollen die Organisatoren während der Spiele den Verkehr in der Hauptstadt massiv einschränken und Fabriken abschalten.


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