Dienstag, 15.04.2008

Olympia 2008

Team Darfur forder Klarheit vom IOC

London - Athleten aus dem Team Darfur haben das Internationale Olympische Komitee (IOC) zu einer unmissverständlichen Stellungnahme in der Frage der freien Meinungsäußerung bei den Sommerspielen in Peking aufgefordert.

"Wir verlangen Klarheit von Ihnen in Bezug auf die praktische Interpretation der IOC-Regeln und darüber, welche Maßnahmen das IOC unternimmt, um das Recht der Sportler auf freie Meinungsäußerung bei den Spielen zu gewährleisten", heißt es in einem Brief, den die Organisation am Dienstag an IOC-Präsident Jacques Rogge geschickt hat.

Das Team Darfur will mit der Initiative dazu beitragen, die Weltöffentlichkeit auf den seit fünf Jahren in der westsudanesischen Krisenregion wütenden Bürgerkrieg aufmerksam zu machen.

"Gegen einen Boykott" 

Der internationalen Koalition gehören mehr als 280 Athleten aus 51 Ländern an. Bis heute sind in Darfur laut Amnesty International rund 200.000 Menschen ums Leben gekommen.

Internationale Beobachter sprechen von Menschenrechtsverletzungen, die Züge eines systematischen Völkermords tragen. Bis zu 90.000 Menschen vegetieren in Flüchtlingslagern.

"Das Team Darfur hofft, vom IOC eine Bestätigung dafür zu bekommen, dass Athleten, die auf die weltweit schlimmste humanitäre Krise aufmerksam machen, nicht dafür bestraft werden", sagte Eisschnelllauf-Olympiasieger Joey Cheek, ein Mitbegründer der Menschenrechtsgruppe.

Das Team ist gegen einen Boykott der Peking-Spiele, heißt es in dem Schreiben an Rogge, "aber es unterstützt das Recht eines jeden Athleten, der an den Wettkämpfen teilnimmt, seinen Besorgnissen sicher und freimütig Ausdruck zu verleihen."


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