Donnerstag, 24.04.2008

Olympia

Sporthilfe-Chefin für klare Athleten-Regelungen

Berlin - Die vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) angekündigten Richtlinien bei den Olympischen Spielen in Peking müssen nach Ansicht der Vorsitzenden der Stiftung Deutsche Sporthilfe (DSH), Ann Kathrin Linsenhoff, "glasklar" sein.

"Es muss exakt festgeschrieben sein, was die Athleten wo sagen oder machen dürfen und was nicht", forderte die ehemalige Dressurreiterin. 

Sie warnte zugleich die Sportler vor unbedarften Äußerungen. Die Athleten sollten mit offenen Augen durch Peking gehen, "bevor sie sich jedoch zu etwas äußern, sollten sie den Kopf einschalten".

"Athleten brauchen Sicherheit"

Das IOC hat die sogenannten Guidelines für die Athleten für Ende April/Anfang Mai angekündigt. Diese sollen eine Abgrenzung zwischen politischer Meinungsäußerung in Wort und Symbolik und Propaganda enthalten.

"Die Athleten brauchen Sicherheit, damit sie sich auf ihren Sport konzentrieren können", betonte Linsenhoff, Mannschafts-Olympiasiegerin von 1988.

Nachdem die Monate vor den Spielen vor allem von der blutigen Niederschlagung der Unruhen in Tibet überschattet wurden, hofft sie, dass "mit Beginn der Spiele wieder der Sport im Vordergrund stehen wird".

Boykott wäre falsch 

Auch habe sie nach wie vor die Hoffnung, dass China doch noch die bei der Vergabe der Spiele gemachten Versprechungen erfüllt, meinte Linsenhoff. "Der Zug ist noch nicht abgefahren, China hat noch die Chance auf einen Dialog mit dem Dalai Lama oder auch auf weitere Verbesserungen der Pressefreiheit."

Ein Boykott der Spiele wäre aus Sicht Linsenhoffs in jedem Fall falsch gewesen. "Der Sport kann nicht für etwas zur Verantwortung gezogen werden, was Politik oder Wirtschaft nicht geleistet haben."

Die seit Jahresbeginn amtierende Sporthilfe-Chefin will während der Spiele in Peking für die Athleten da sein - auch, wenn es etwa in Fragen der Meinungsäußerung Probleme gibt.

Und: "Ich hoffe, dass wir viele sauber erkämpfte Medaillen gewinnen." Die Sporthilfe unterstützt rund 3800 Athleten in Deutschland. In diesem Jahr stehen laut Linsenhoff dafür etwa zehn Millionen Euro bereit.


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