Montag, 07.04.2008

Olympia 2008

Schäuble: Boykott wäre falsch

Frankfurt/Main - Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich gegen einen Boykott der Olympischen Spiele in Peking ausgesprochen, China aber zu mehr Offenheit aufgerufen.

"Die Volksrepublik China muss Friedfertigkeit gewährleisten, Freiheitlichkeit und Pluralismus", sagte Schäuble im "Interview der Woche" auf der Internetseite des Deutschen Fußball-Bundes.

Dies alles könne jedoch nur geschehen, wenn die Olympischen Spiele auch stattfinden. "Deswegen wäre ein Boykott das völlig Falsche", sagte Schäuble.

Olympia darf niht missbraucht werden

Der für den Sport zuständige Minister betonte, die Situation in Tibet erfülle die Regierung mit großer Sorge. Die Olympischen Spiele dürften nicht dazu missbraucht werden, "durch staatliche Propaganda über Probleme hinwegzutäuschen". Das hätten die Deutschen 1936 im negativen Sinne ja bereits "perfekt" gemacht.

Im Streit um die Aufnahme des Sports ins Grundgesetz sprach sich Schäuble erneut gegen eine solche Entwicklung aus. Er habe generell Zweifel, "dass weitere Staatsziele im Grundgesetz die richtige Lösung sind".

Dadurch werde suggeriert, dass mit einer Aufnahme Probleme gelöst werden könnten, was nicht der Fall sei. "Worauf es ankommt, ist die Lösung konkreter Probleme", meinte Schäuble.


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