Freitag, 18.04.2008

Leichtathletik

Rekordmontag in Boston: Cheruiyot will 4. Sieg

Boston - Rekordprämie, Rekordversuch und ein rekordverdächtiger Auftritt - der 112. Boston Marathon am 21. April wird zur Veranstaltung der Superlative.

Noch nie war ein Start für die Topläufer beim seit 1897 gelaufenen und somit ältesten Stadtmarathon der Welt so lukrativ wie diesmal. Das Preisgeld wurde gegenüber dem Vorjahr um 221.000 Dollar auf 796.000 Dollar aufgestockt.

Die Sieger bei den Frauen und Männern erhalten jeweils 150.000 Dollar - soviel wie auf keiner der anderen vier Stationen der World Marathon Majors (WMM). Topfavorit bei den Männern ist Titelverteidiger Robert Cheruiyot, der einen Hattrick anstrebt.

Cheruiyot kann Geschichte schreiben

"Als ich im Vorjahr gewonnen habe, wusste ich, dass ich 2008 wieder dabei bin", sagt der Kenianer, der auch 2003 und 2006 als Erster die Ziellinie auf der Boylston-Street überquert hatte und zudem den Streckenrekord hält. Bei einem erneuten Triumph wäre er der erste Kenianer, der viermal in Boston gewinnt. "Das zu schaffen, ist Verlockung und Herausforderung zugleich", so Cheruiyot, der seinen Landsmann Cosmas Ndeti (Sieger von 1993 bis 1995) überflügeln will.

Bei den Frauen gelten die russische Vorjahressiegerin Lidija Grigorjewa, die Gewinnerin von 2006, Rita Jeptoo aus Kenia und die jeweils Zweite der vergangenen beiden Jahre, Jelena Prokopcuka aus Lettland, als aussichtsreichste Kandidatinnen.

Premiere für Lance Armstrong

Insgesamt starten 25.000 Läuferinnen und Läufer. Unter ihnen ist auch Lance Armstrong, der nach zwei erfolgreichen Teilnahmen am New York Marathon seine Boston-Premiere feiert und Geld für seine Lance Armstrong-Stiftung zur Unterstützung Krebskranker sammeln will. "Leute haben immer wieder zu mir gesagt, dass man kein richtiger Marathon-Läufer ist, so lange man es nicht in Boston probiert hat", erklärte der siebenmalige Gewinner der Tour de France.

Der 36-Jährige war im vergangenen November in New York 2:46.43 Stunden gelaufen und hatte somit die Qualifikationszeit seiner Altersklasse für Boston um fast eine halbe Stunde unterboten.

Live-Übertragung im Internet 

Wie sich Armstrong und alle anderen auf den 42,195 Kilometern von Hopkinton ins Bostoner Stadtzentrum schlagen, kann weltweit im Internet verfolgt werden. Vom Startschuss an wird erstmals ein prestigeträchtiger Marathon live ins weltweite Datennetz übertragen.

Lediglich landesweit sind bereits am Vortag die US-Marathon-Meisterschaften der Frauen zu sehen. Das Rennen in Boston ist gleichzeitig die Olympia-Qualifikation, bei der Joan Benoit Samuelson ihre illustre Karriere beenden will.

50-Jährige peilt Zeit unter drei Stunden an

Als Joan Benoit war sie 1984 in Los Angeles erste amerikanische Marathon-Olympiasiegerin geworden. Den Grundstein dafür hatte sie ein Jahr zuvor in Boston gelegt, als Benoit in der damaligen Weltrekordzeit von 2:22.43 Stunden die Qualifikation für LA schaffte. Mittlerweile ist die 50-Jährige die Älteste der 160 Läuferinnen bei den US-Trials.

"Keine Sorge, Peking kommt für mich nicht in Frage. Aber ich will dort meine Karriere beenden, wo ich sie 1979 begonnen habe", sagt Benoit Samuelson, die bei ihrer Premiere vor 29 Jahren sofort gewann. Diesmal strebt sie 2:50 Stunden an. Das sei in ihrem Alter eine gute Zeit. Und eine realistische obendrein. Denn noch nie hat Benoit Samuelson für einen Marathon länger als drei Stunden gebraucht.


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