Donnerstag, 10.04.2008

Leichtathletik

Mikitenko stellt sich den Marathon-Assen

London - Gut sechs Monate nach ihrem glänzenden Debüt in Berlin wagt sich Irina Mikitenko beim erstklassig besetzten London-Marathon an den Start.

"Die Form stimmt und meine Trainingsläufe waren besser als vor dem Berlin-Marathon", sagte die 35-Jährige vom TV Wattenscheid vor dem Rennen mit mehr als 35 000 Teilnehmern und 295 000 US-Dollar (etwa 186 000 Euro) Prämien. Die gebürtige Kasachin darf schon für Peking planen, während um die anderen Startplätze für die Olympischen Spiele heftig gekämpft wird.

Mikitenkos 2:24:51 Stunden von Berlin waren das beste Debüt einer Deutschen in der Leichtathletik. In der britischen Hauptstadt könnte die gebürtige Kasachin ihre Zeit weiter verbessern - wenn sie dabei nicht ihr linker Fuß behindert.

Wegen Schmerzen im Sprunggelenk war sie in den vergangenen Tagen in Behandlung. "Ich konnte trotzdem mein Trainingsprogramm fast komplett absolvieren und habe jetzt auch keine Schmerzen mehr", sagte die Langstreckenläuferin. Nach ihrer Bahnkarriere - mit dem vierten Platz über 5000 Meter bei der WM 1999 und dem fünften Rang bei Olympia 2000 - konzentriert sie sich ganz auf die klassische 42,195-Kilometer-Distanz.

Stärkste Konkurrenz aus Äthiopien

Im bestbesetzten Frühjahrs-Marathon zählen zu Mikitenkos Gegnerinnen zwischen Greenwich und dem Buckingham Palast die beiden Äthiopierinnen Gete Wami und Berhane Adere.

Wami wurde nach ihrem Sieg im September in Berlin vor Mikitenko noch Zweite beim New York-Marathon und sicherte sich dadurch als erste Siegerin der World Marathon Majors-Serie 2006 - 2007 eine Prämie von 500 000 US-Dollar.

Adere hat nach ihrem Erfolg in Chicago im Oktober den Dubai-Marathon im Januar gewonnen. Aufgrund einer Zehenverletzung nicht am Start sein wird Weltrekordlerin Paula Radcliffe (Großbritannien).

Olympia-Ticket bereits sicher

Für Mikitenko ist London auch "ein guter Test für die Olympischen Spiele". Die zweifache Mutter, die teilweise mehr als 200 Kilometer wöchentlich läuft, hat die Nominierung für Peking bereits sicher. Das hat ihr Langstrecken-Bundestrainer Detlef Uhlemann signalisiert. Damit kämpfen in den kommenden Wochen um die zwei weiteren Olympia-Tickets gleich fünf deutsche Marathonläuferinnen.

Beste Chancen hat dabei Melanie Kraus, die nach einem achtbaren 20. Platz bei der WM in Osaka/Japan den Frankfurt-Marathon gewann. Die Leverkusenerin startet am 4. Mai in Düsseldorf und trifft dort auf Claudia Dreher (LG Ihleläufer Burg) und Luminita Zaituc (Braunschweig).

Am gleichen Tag läuft Susanne Hahn (Saarbrücken) bei den deutschen Meisterschaften in Mainz. Und eine Woche zuvor startet die Überraschungs-Europameisterin von 2006, Ulrike Maisch (Rostock), beim Hamburg-Marathon. Die Norm des Deutschen Leichathletik-Verbandes (DLV) für die Olympischen Spiele liegt bei 2:31:00 Stunden.


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