Schwimmen

Meister di Carli verpasst Olympia-Qualifikation

SID
Montag, 21.04.2008 | 12:16 Uhr
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Berlin - Mit einer großen Enttäuschung für Titelverteidiger Marco di Carli hat der vierte Tag der deutschen Schwimm-Meisterschaften in Berlin begonnen.

Über 100 Meter Freistil verfehlte der Vorjahres-Gewinner nach 50,40 Sekunden als 13. unter 43 Startern den Endlauf und verpasste damit auch die Olympia-Qualifikation.

Steffen Deibler legte in 49,26 vor Paul Biedermann aus Halle/Saale (49,46) und Lars Conrad aus Hannover (49,71) die beste Leistung vor. Die Richtzeit für die Peking-Qualifikation, die im Finale erzielt werden muss, beträgt 48,87 und liegt 1/100 unter dem deutschen Rekord von di Carli.

Über 200 m Schmetterling deuteten Franziska Hentke als Vorlauf-Schnellste in 2:10,78 Minuten und die ehemalige WM-Zweite Annika Mehlhorn aus Baunatal als Zweite in 2:11,37 an, dass beide die Olympia-Norm von 2:09,21 unterbieten können.

Schiffer Dritte im Vorlauf

Nina Schiffer, die 2007 ebenfalls in Berlin mit 2:11,28 den Titel gewann, wurde Vorlauf- Dritte (2:12,96). Titelverteidiger Andreas Lösel qualifizierte sich über 200 m Brust nach 2:16,06 Minuten als Erster für den Endlauf. In dieser Disziplin wurde die Richtzeit für die Olympia-Qualifikation auf 2:12,44 festgelegt.

Der WM-Zweite Thomas Rupprath galt nach 25,14 Sekunden als Favorit auf den erneuten Titelgewinn über 50 m Rücken. Lena Kalla aus Würzburg gewann in 27,50 Sekunden die Vorläufe über 50 m Schmetterling. Beide Disziplinen stehen nicht auf dem olympischen Programm.

Scheimm-Star Britta Steffen muss sich unterdessen nach ihrer Staffel-Absage für Olympia harte Kritik gefallen lassen. "Ich finde es inzwischen fast eine Frechheit", kommentierte die Würzburgerin Annika Lurz, WM-Zweite über 200 Meter, die Steffen-Absage an die Staffel.

"Ich will ihr nichts Böses unterstellen, aber ich finde es unfair den anderen gegenüber. Ich denke, es sollte auch eine Ehre sein, für Deutschland zu schwimmen, vor allem in der Staffel", sagte sie.

"Bin keine Maschine"

Trotzdem lässt sich Steffen nicht umstimmen. "Ich werde die 200-Meter-Staffel definitiv nicht schwimmen", sagte sie bei den Qualifikationswettbewerben in Berlin.

Die frühere Weltrekordlerin will ihre Chance auf Gold in Peking über 100 Meter Freistil nicht gefährden. "Ich bin keine Maschine", meinte Steffen. Ihre Mitschwimmerinnen fühlen sich um ihre olympische Medaillenchance gebracht.

Laut Kriterien müssen sich zwar alle nominierten Athleten für die Staffeln zur Verfügung stellen. Aber, so Cheftrainer Örjan Madsen: "Zwang macht keinen Sinn." Britta Steffen verweist darauf, dass sie bei einem Staffel-Einsatz über 4 x 200 m an einem Tag Vorlauf und Halbfinale über 100 m, die Staffel und 24 Stunden später das Finale über 100 m zu bestreiten habe.

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