Olympia

Alles ruhig bei Fackellauf in Buenos Aires

SID
Samstag, 12.04.2008 | 15:27 Uhr
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Buenos Aires - Zum ersten Mal seit den Protesten in London ist der olympische Fackellauf bei seiner Reise rund um die Welt in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires ohne größere Störungen geblieben.

Stattdessen drohte der Lauf am 11. April mehrmals an den Massen von Schaulustigen zu scheitern, die die Straßen der Innenstadt verstopften. Viele Menschen beklagten sich anschließend, dass sie wegen des massiven Aufgebots an Sicherheitskräften das Feuer gar nicht zu Gesicht bekommen hätten.

Die chinesischen Behörden aber waren zufrieden. Bei der Abschlusszeremonie dankte der Vize-Präsident des Organisationskomitees der olympischen Spiele in Peking, Liu Jingmin, dem "ganz liebenswürdigen" argentinischen Volk für die Gastfreundschaft. In Argentinien leben kaum Exil-Tibeter, dafür aber etwa 60 000 chinesische Einwanderer, von denen viele mit großen chinesischen Flaggen für die Olympischen Spiele in ihrer Heimat demonstrierten.

Anders als vor einer Woche in London und dann in Paris und San Francisco protestierte nur eine Handvoll Menschen, meist Anhänger der in China verbotenen Kultgemeinschaft Falun Gong, gegen die Spiele in Peking. Die Demonstranten warfen China vor, die Menschenrechte massiv zu verletzen. Sie trugen Transparente, auf denen die Unterdrückung der Glaubensfreiheit angeprangert wurde sowie dem Regime in Peking Folter und Mord vorgeworfen wurden.

Anschließend liefen die Demonstranten bei einem symbolischen Fackellauf mit zum Präsidentenpalast, um eine Erklärung zu übergeben. "Was in China geschieht, kommt einem Holocaust gleich", sagte einer ihrer Sprecher, Axel Borgia, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Ob er selbst Mitglied von Falun Gong sei, die Kritiker eine Sekte nennen, wollte Borgia nicht sagen.

Die Behörden hatten insgesamt mehr als 5000 Polizisten und Ordner mobilisiert, um einen reibungslosen Ablauf des Laufs zu garantieren. Ein solches Aufgebot an Polizisten für ein Sportereignis war zuletzt während der Militärdiktatur 1978 zur Fußballweltmeisterschaft in Argentinien im Einsatz. Die Laufstrecke führte vom Hafen durch die Innenstadt am Präsidentenpalast Casa Rosada sowie am Wahrzeichen von Buenos Aires, dem Obelisken, vorbei Richtung der wohlhabenden Stadtteile, wo das Feuer bei einer Abschlusszeremonie mit geladenen Gästen in einem mondänen Reitclub verabschiedet wurde.

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