Duplitzer: Kein Einmarsch bei Eröffnungsfeier

SID
Mittwoch, 02.04.2008 | 16:29 Uhr
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Bonn - Die Degenfechterin und Olympia-Starterin Imke Duplitzer will bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele am 9. August in Peking nicht mit einmarschieren.

Das sagte die 32-jährige Bonnerin in der "Berliner Runde" des TV-Senders "Phoenix". Sie sehe es als Problem an, dass die Eröffnungsfeier bis zum letzten Moment streng geheim sei.

"Ich gehe davon aus, dass das schon alleine aufgrund dieser Mensch- und Materialschlacht, die die Chinesen in der Eröffnungsfeier auffahren werden, eine Demonstration ist", meinte Duplitzer.

Mehrheit gegen Olympia-Boykott

Unterdessen hat sich die viermalige Ruder-Olympiasiegerin Kathrin Boron trotz der Vorgänge in Tibet gegen einen Boykott der Spiele in China ausgesprochen. Damit gehört sie zur Mehrheit der Deutschen.

Nach einer "Emnid"-Umfrage für den TV- Nachrichtensender "N24" sprachen sich nur 30 Prozent der Befragten für einen Boykott aus, 64 Prozent sind klar dagegen. Deutlich positiver bewerten die Deutschen symbolische Akte wie das Fernbleiben von Eröffnungs- oder Schlussfeier: 56 Prozent würden eine bewusste Nichtteilnahme gutheißen.

"Kein Dialog mit Athleten"

Duplitzer kritisierte, dass die Athleten weder im Internationalen Olympischen Komitee (IOC) noch in den eigenen Verbänden eine wirkliche Lobby hätten und von diesen bevormundet würden.

Als der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes, Michael Vesper, meinte, er habe sich "zum Thema der Boykottfrage mit den Präsidenten der Verbände abgestimmt - da sitze ich morgens und esse fast meine Fernbedienung", entgegnete Duplitzer. "Das ist schön, dass mein Präsident weiß, was für mich am besten ist."

Die Vizeweltmeisterin von 2002 beklagte, dass "kein Dialog mit den Athleten stattfindet". Im Endeffekt seien es aber die Athleten, "die gefragt werden, die irgendwo da einlaufen müssen und die dafür ihre Nase hinhalten müssen". Das IOC sei "ein Feudalherrscher-Club, dem man nur auf Einladung beitreten kann". Solange sich im IOC nichts verändere und es nicht transparenter werde in seiner Vergabepolitik, werde es auch künftig Probleme geben, so die Bonner Spitzensportlerin.

Boron fordert Dialog mit Gastgebern

"Diskussionen, die Spiele hätten gar nicht in Peking stattfinden dürfen, kommen ein paar Jahre zu spät", sagte Kathrin Boron der "Märkischen Allgemeinen Zeitung". Allerdings erwarte sie, dass Politiker und Funktionäre des IOC den Dialog mit den chinesischen Gastgebern suchten, um Probleme zu lösen.

Die 38-jährige Potsdamerin kritisierte die Vorgänge in Tibet als "menschenverachtend und nicht tolerierbar". Die Ruderin engagiert sich gemeinsam mit anderen Sportlern im Internet auf der Seite "netzathleten.de" für Menschenrechte und Pressefreiheit in China.

"Ich bin eine mündige Athletin und lasse mir keinen Maulkorb verpassen", sagte Boron dazu. Die Sportler der Interessengemeinschaft wollen zudem Armbänder mit der Aufschrift "Sport for human rights" (Sport für Menschenrechte) tragen. Ob dies auch in Peking möglich sei, müsse der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) klären. Kein Sportler wolle sich selbst disqualifizieren, betonte Boron.

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