Mittwoch, 02.04.2008

DTM

Ralf Schumacher hofft auf zweite Karriere

Oschersleben - Das erste Rennen der DTM-Saison ist noch nicht gestartet, da macht sich der prominenteste Neuling sich schon Hoffnung auf eine langfristige Zukunft im Deutschen Tourenwagen Masters.

"Obwohl ich dieses Jahr 33 werde, hätte ich ja für die DTM noch einige Jahre Zeit. Ich hoffe schon, dass es längerfristig ist", sagte Ex-Formel-1-Pilot Ralf Schumacher nach seinen abschließenden Testfahrten in Oschersleben.

Sicher, in der am 13. April in Hockenheim startende Rennserie Fuß zu fassen, ist sich der sechsfache Grand-Prix-Sieger aber keinesfalls: "Es haben schon viele vor mir gezeigt, dass sie gut Formel 1 fahren können, aber trotzdem nicht so gut in der DTM zu Recht kamen. Das kann mir auch passieren."

Image wieder aufpolieren

Dennoch sieht der DTM-"Rookie", der für die neue Saison einen Vertrag bei Mercedes-Benz unterschrieben hat, seinen Neubeginn als große Chance. "Die letzten zwei Jahre in der Formel 1 waren ja insgesamt nicht gerade imagefördernd. Da ist die DTM eine gute Möglichkeit, einiges wieder geradezurücken." 

Ausschlaggebend für den Schritt, bei dem er bei einem geschätzten Jahresgehalt von rund einer Million Euro (zuletzt bei Toyota ca. 13 Millionen) erhebliche Abstriche machen musste, sei der ungebrochene Reiz am Rennfahren gewesen. "Ich bin einfach ein Racer und freue mich total auf das Saisonauftakt-Rennen am 13. April auf dem Hockenheimring."

Zugpferd mit Lernbedarf

Bei den offiziellen Tests registrierte der Kerpener, der nach zwölf Formel-1-Jahren kein neues Cockpit in der Königsklasse gefunden hatte, aber zunächst einmal reichlich Lernbedarf im Umgang mit seinem neuen Dienstwagen.

"Das Bremsen ist erstmal schwer gefallen, weil man die Reifen nicht sieht und dadurch nur schwer abschätzen kann, wann das Rad anfängt zu blockieren. Die DTM-Autos sind Rennautos, die aber großen Spaß machen", berichtete Schumacher. Auch das größere Gewicht der DTM-Wagen bei weniger Leistung habe ihm zu schaffen gemacht. "Man muss eine präzisere Kurvenlinie fahren."

Trotz seiner Unerfahrenheit im Vergleich zu DTM-Routiniers wie Audi-Konkurrent und Vorjahres-Champion Matthias Ekström oder seinem Mercedes-Benz-Kollegen Bernd Schneider wird Schumacher als neues Zugpferd der populären Serie vermarktet. So ziert "Schumi II" ein acht Meter großes Plakat, mit dem in Düsseldorf für die DTM-Präsentation geworben wird.

 Als Belastung empfindet Schumacher das nicht, zumal er sich nicht als Mitfavorit sieht. "Ich werde im Vorjahres-Mercedes definitiv nicht um die Meisterschaft mitfahren können." Zudem werde der Trubel nicht anhalten. "Sobald erstmal die ersten Rennen absolviert sind, werden die Fahrer, die um Siege fahren, eine größere Rolle spielen und dann wird es sicher auch ein bisschen ruhiger", meinte Schumacher. "Mein einziges persönliches Ziel im Laufe der Saison: dazuzulernen und mich zu verbessern".

Keine Sehnsucht nach der "Königsklasse"

Die Formel 1, deren Geschehen der 180-fache Grand-Prix-Starter noch regelmäßig für eine Boulevard-Zeitung kommentiert, vermisse er nicht. "Ich finde es ehrlich gesagt sogar ganz angenehm, dass ich jetzt zu den Rennen teilweise mit dem Auto fahren kann. Dadurch habe ich etwas mehr Freizeit", erzählte er.

Langeweile fürchtet der 32-Jährige auch ohne die weltweiten Gastspiele mit dem Formel-1-Zirkus nicht. "Wir haben auch elf Rennen und zahlreiche PR- und Marketingtermine nebenbei, schließlich ist die DTM auch eine Marketing-Bühne der beteiligten Hersteller und zwar auf hohem sportlichem Niveau."


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