Freitag, 18.04.2008

Olympia

Britta Heidemann: Zu harte Kritik verprellt China

Peking - Degen-Weltmeisterin und China-Expertin Britta Heidemann hat davor gewarnt, die chinesischen Olympia-Gastgeber mit zu harscher Kritik zu verprellen.

"Wenn man die ganze Lage verbessern möchte, ist es nicht der richtige Weg, nur auf China draufzukloppen. Das Land macht dann alle Schotten dicht, das ist für sie die normale Reaktion", sagte die 25-Jährige der dpa vor der Team-Weltmeisterschaft im Damendegen.

Die Studentin der chinesischen Regionalwissenschaften war mit 15 das erste Mal in Peking und ist bei den Chinesen nach einigen Fernsehauftritten und Zeitungsberichten sehr populär.

"Man bewirkt mit einseitiger Kritik nur das Gegenteil"

"Wenn man etwas verbessern will, hat man keine Chance, wenn man hundertprozentige Kritik fährt. Das bedeutet nicht, dass alles gut läuft", betonte Britta Heidemann, die mit ihren Teamkolleginnen Imke Duplitzer (Bonn), Marijana Markovic (Leverkusen) und Monika Sozanska (Heidenheim) bei der WM um eine Team-Medaille kämpft. "Man bewirkt mit einseitiger Kritik nur das Gegenteil."

Neben der Leverkusenerin Heidemann profilierte sich in der Diskussion um die chinesische Menschenrechtspolitik vor allem Imke Duplitzer als Peking-Kritikerin. Zudem machte sich Ex-Weltmeisterin Claudia Bokel in ihrer Funktion als Athletensprecherin der Europäischen NOKs (ENOC) für "mündige Athleten" stark.

Degen-Bundestrainer Manfred Kaspar fürchtet nicht, dass die Aktivitäten seiner beiden Vorzeige-Fechterinnen außerhalb der Planche negative Auswirkungen auf deren Leistungen haben werden. "Ich bin schon stolz, dass ich so intelligente Sportlerinnen um mich habe. Es ist ja auch nicht so, dass Imke eine China-Hasserin ist und Britta eine reine China-Liebhaberin", sagte er.


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