Sonntag, 27.04.2008

Boxen

Erdei verteidigt WM-Titel

Dresden - Im Schongang hat Box-Weltmeister Zsolt Erdei seinen WBO-Titel im Halbschwergewicht verteidigt. Der 33 Jahre alte Ungar siegte vor 4300 Zuschauern in Dresden mühelos in zwölf Runden nach Punkten (119:109, 119:109, 119:109) gegen den Amerikaner DeAndrey Abron.

Allerdings heimste Erdei für den emotionslosen Auftritt auch einige Pfiffe ein. "Ich wollte nicht so viel riskieren, habe Energie und Substanz gespart. Vielleicht kommen noch große Kämpfe", sagte Erdei nach seiner zehnten erfolgreichen Titelverteidigung. Der Boxer aus dem Hamburger Universum-Boxstall träumt von einem Duell gegen einen Konkurrenz-Weltmeister. "Ich will jetzt die großen Namen boxen. Ich bin bereit für alle", sagte Erdei. Obwohl er jedoch die großen Namen fordert, lieferte er gegen Abron alles andere als einen großen Kampf. "Er hat getan, was er tun musste, um zu gewinnen", sagte Trevor Wittman, der Trainer des boxerisch limitierten Herausforderers.

Erdeis 29. Sieg im 29. Kampf war undramatisch und unspektakulär. Von der neunten Runde an quittierte das Dresdner Publikum die Leistung im Ring mit Pfiffen und Buhrufen. Erdei traut sich im Falle einer Titelvereinigung jedoch eine Leistungssteigerung zu. "Das waren 80 Prozent Zsolt Erdei. Ich kann noch ein bisschen mehr Feuer geben", sagte der Ungar. "Er ist ein toller Champion und hat klug geboxt", meinte der 35 Jahre alte Abron, der im 17. Kampf die zweite Niederlage einstecken musste.

"Ein K.o. ist natürlich spektakulärer, aber den haben wir leider nicht gesehen. Zsolt sollte aber auch nicht volles Risiko gehen. Er hat keine Treffer abbekommen, das ist das Entscheidende", sagte Erdeis Trainer Fritz Sdunek.

Trotz der mäßigen Leistung von Dresden hofft Erdei nun, IBF- Weltmeister Antonio Tarver oder WBC-Champion Chad Dawson (beide USA) vor die Fäuste zu bekommen. "Wir sind gewillt, große Kämpfe zu machen. Wir waren schon kurz davor und arbeiten weiter daran", sagte Universum-Geschäftsführer Stefan Braune. So sollte Erdei statt Abron eigentlich WBA-Weltmeister Danny Green boxen. Der Australier beendete jedoch überraschend seine Karriere.

Im Vorprogramm in Dresden behauptete der Ukrainer Sergej Dsinsiruk seinen WBO-WM-Gürtel im Super-Weltergewicht knapp und umstritten über zwölf Runden nach Punkten (115:113, 114:114, 118:110) gegen den Tschechen Lukas Konecny. Für den nun in 35 Kämpfen unbesiegten Dsinsiruk war es die vierte erfolgreiche Verteidigung seines WM- Gürtels.


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