Sonntag, 13.04.2008

Olympia

IOC muss Menschenrechte einfordern

Berlin - Das Internationale Olympische Komitee (IOC) muss nach Ansicht von Amnesty International von der chinesischen Regierung konkrete Schritte zur Verbesserung der Menschenrechte einfordern.

"Das IOC hat seinen Handlungsspielraum bei weitem nicht ausgeschöpft", kritisierte Dirk Pleiter, China-Experte der Menschenrechtsorganisation AI. So müssten die Sportfunktionäre verlangen, dass Peking nach den Unruhen in Tibet unabhängige Beobachter in das Hochland lässt.

Außerdem sollte sich das IOC für die Freilassung von inhaftierten Olympia-Kritikern sowie bessere Arbeitsbedingungen für chinesische Journalisten einsetzen. Das bisherige Verhalten des IOC bezeichnete Pleiter als enttäuschend.

Dunkest - The American Fantasy Basketball by SPOX.com

Regierung unter Erfolgsdruck 

"Die Vergabe der Sommerspiele an Peking wäre für das IOC die Chance gewesen, sich das Thema Menschenrechte in überzeugender Weise zu eigen zu machen - diese Chance hat es verpasst." Zur aktuellen Lage in China rund vier Monate vor Beginn der Sommerspiele meinte Pleiter: "Was bislang passiert ist, sind lediglich Ansätze zur Verbesserung der Menschenrechte, die wirklich mutigen und nachhaltigen Schritte sind ausgeblieben."

Es sei dennoch zu früh, die Olympia-Vergabe an Peking als Fehler zu bezeichnen. "Es gibt noch Chancen, dass sich etwas tut." Schließlich stehe die chinesische Regierung unter erheblichem Erfolgsdruck. "Sie kann es sich nicht leisten, die Olympischen Spiele scheitern zu lassen."

Boykott das falsche Signal 

Er appellierte zugleich an die deutschen Athleten, sich ernsthaft für die Menschenrechte in China einzusetzen. "Die Sportler können ein Zeichen setzen, schließlich sind sie für viele Leute Identifikationsfiguren." Deshalb sollte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) die Athleten - auch während der Spiele - in dieser Hinsicht nicht einengen.

"Es wäre das falsche Signal an China, wenn der DOSB das Recht auf Meinungsfreiheit seiner Sportler einschränken würde." Nach wie vor ruft AI laut Pleiter nicht zu einem Boykott der Spiele auf: "Wir sind sehr skeptisch, ob dies ein geeignetes Mittel wäre."

Das könnte Sie auch interessieren
Martyna Trajdos hat zum zweiten Mal in ihrer Karriere ein Grand-Slam-Turnier gewonnen

Trajdos gewinnt in Jekaterinburg

Sebastian Brendel und Jan Vandrey starten gut in die Weltcup-Saison

Kanu-Asse Brendel/Vandrey starten mit Rang zwei in Weltcup-Saison

Dirk Schimmelpfennig kann den "Unmut der Verbände sehr gut nachvollziehen"

Irritationen über Sportförderung 2018 - DOSB: "Unnötige Verzögerung"


Diskutieren Drucken Startseite
Trend

Wer gewinnt die Darts Premier League 2017?

Gary Anderson will seinen Titel verteidigen
Michael van Gerwen
Gary Anderson
Phil Taylor
Peter Wright
Raymond van Barneveld
Adrian Lewis
Ein anderer Spieler

www.performgroup.com

Copyright © 2017 SPOX. Alle Rechte vorbehalten.