Dienstag, 15.04.2008

Segeln

Alinghi spielt beim America's Cup auf Zeit

Hamburg - Für die Segler beim America's Cup herrscht Flaute, doch vor Gericht schlagen die Wellen hoch.

Der Schweizer Cup-Verteidiger Alinghi will eine Eilentscheidung des Obersten New Yorker Berufungsgerichts erzwingen und damit offenbar eine Austragung des Exklusiv-Duells mit Herausforderer BMW Oracle Racing noch in diesem Jahr verhindern.

Ziel des von Alinghi beim Berufungsgericht eingereichten Gesuchs ist es, die bisherigen Entscheidungen des New Yorker Richters Herman Cahn zu überprüfen und gegebenenfalls zu revidieren.

Berufungsverfahren eingeleitet

Der Oberste New Yorker Gerichtshof hatte am 17. März BMW Oracle recht gegeben und für den 33. America's Cup einen Wettkampf zwischen Alinghi und den Amerikanern festgelegt. Alle anderen Herausforderer wurden von Richter Cahn von der nächsten Auflage des Rennens ausgeschlossen.

Offen war zuletzt nur noch der Termin für das Duell, auf dessen Festsetzung beide Teams derzeit warten. Mitten hinein platzte nun Alinghis Antrag auf Eröffnung eines eiligen Berufungsverfahrens.

Damit spielen die Eidgenossen auf Zeit. Denn während ihre US-Gegner das Duell bereits im Oktober 2008 austragen wollen, ist das Team Alinghi nicht vor Mai 2009 dazu bereit.

"Alinghi will faires Duell" 

"Natürlich ist das ein Kampf um Zeit", sagte Team Germanys Sportchef Jochen Schümann. "Oracle ist Alinghi offenbar so weit in den Vorbereitungen voraus, dass Alinghi bei einem Duell noch in diesem Jahr chancenlos wäre", erklärte Schümann.

Für Schümann beinhaltet das überraschende Berufungsgesuch der Schweizer noch eine weitere Botschaft: "Der Berufungsantrag zeigt, dass Alinghis Boss Ernesto Bertarelli noch lange nicht aufgegeben hat und ein faires Duell will. Sonst hätte er längst die Flinte ins Korn geworfen. Das zeichnet ihn aus."

Unter den ausgeschlossenen Teams keimt indes neue Hoffnung. Sie spekulieren, dass die Berufung möglicherweise zu einer völligen Revision des Urteils führen und doch noch in einen konventionellen America's Cup mit allen Jachten münden könnte.

Schümann bleibt realistisch 

Diese Hoffnung teilt Schümann nicht. "Wer dran glauben mag, soll das tun. Wir bleiben lieber realistisch", sagte der 53-Jährige.

In einer Pressemitteilung des Golden Gate Yacht Clubs, der BMW Oracle Racing vertritt, verkündete Teamsprecher und Rechtsberater Tom Ehman hämisch: "Unglücklicherweise unterstreicht das Berufungsgesuch nur ihre (Alinghis) Präferenz, seit Tag eins alles zu tun, um ein Duell auf dem Wasser zu vermeiden."

Alinghis Anwalt Lucien Masmejan konterte: "Wir wollen einfach nur ein faires Rennen auf Augenhöhe. Das ist in 2008 unmöglich."


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