Freitag, 28.03.2008

Olympia

Olympia-Boykott: Sportler verschiedener Meinungen

Paris - Der norwegische Radprofi Thor Hushovd hat sich für einen Boykott der Eröffnungsfeier in Peking ausgesprochen, Weltklasse-Tischtennisspieler Timo Boll ist klar gegen einen Boykott der Olympischen Spiele.

Der in französischen Diensten bei Credit Agricole beschäftigte Sprinter, 2005 bei der Tour de France Gewinner des Grünen Trikots, sagte den "Cyclingnews": "Wir Athleten haben zwar keine besondere Verantwortung dagegen zu protestieren, was in China passiert, aber wir können einen gewissen Einfluss ausüben. Das Fernbleiben von der Eröffnungsfeier wäre eine Protestform: Ich wäre dabei."

"Ein Boykott wäre ein Schuss in die falsche Richtung", sagte der Europameister Boll dem "Hamburger Abendblatt". Ähnlich hatte er sich bereits zuvor in der "ZDF"-Sendung "Kerner" geäußert. Dem "Hamburger Abendblatt" sagte der Düsseldorfer weiter: "Ich glaube, dass so eine Aktion nur zu mehr Abschottung und Fremdenfeindlichkeit in China führen und Tibet nicht helfen würde."

Boll, der hinter vier Chinesen auf Rang fünf der Weltrangliste steht, sieht vielmehr die Regierungen in der Pflicht. Sportler vorzuschicken, sei "falsch und billig". Auch wenn die Bilder aus Tibet einen anderen Eindruck vermittele, sei China seit seinem ersten Besuch vor zwölf Jahren viel liberaler geworden, meinte Boll. Der 27-Jährige verbringt jedes Jahr mehrere Wochen in der Volksrepublik und hat auch schon einmal für einen chinesischen Verein gespielt.


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