Samstag, 08.03.2008

Tennis

Haas: Ohne Operation schon Tennisrentner

Hamburg - Mit Ernüchterung und großen Selbstzweifeln hat Thomas Haas seine jüngsten Comeback-Versuche nach seiner dritten Schulter-Operation kommentiert.

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© DPA

Es werde eine kleine Ewigkeit dauern, bis er wieder der Alte sei, sagte der Tennisprofi aus Hamburg in einem Interview der Zeitung "Die Welt".

"Es kann aber auch sein, dass nichts mehr so wird wie früher. Diese Sorge habe ich schon", erklärte Haas, "ich bin weit davon entfernt, auf Augenhöhe mit den Besten zu sein."

"Als ob man Rost angesetzt hätte"

Er habe zwar keine Schmerzen mehr in der rechten Schulter nach dem Eingriff im November 2007, aber "es ist ein Gefühl, als ob man Rost angesetzt hätte". Die Operation habe Spuren hinterlassen, "körperlich und mental".

Der 29 Jahre alte Wahl-Amerikaner gab zu: "Ohne Operation wäre ich schon Tennisrentner". Vielleicht habe er auch zu früh wieder angefangen.

Der im Moment zweitbeste Deutsche konnte bei bei seinen vier Turnier-Teilnahmen seit seiner Rückkehr nur zwei Siege einfahren. Zuletzt wurde er in Dubai vom Spanier David Ferrer gleich in der ersten Runde beim 3:6, 0:6 regelrecht vorgeführt.

Nur noch auf Rang 35

Nach solchen empfindlichen Pleiten sei es schwer, "Licht am Ende des Tunnels" zu sehen. "Das war die erste wirkliche Herausforderung und es war ein Klassenunterschied", resümierte Haas, in der Weltrangliste inzwischen auf Platz 35 zurückgefallen.

In seiner gegenwärtigen Verfassung rechnet er auch nicht damit, beim Davis Cup-Viertelfinale im April gegen Spanien dabei zu sein.

"Ich zähle im Moment nicht zu den Besten. Ich wäre keine Hilfe in dieser Verfassung", sagte Haas, "ich weiß nicht, was in fünf Wochen sein wird. Aber die Lücke zu schließen, wird verdammt schwer. Ich glaube nicht daran."

"Ernüchternd und enttäuschend"

Nach knapp einem Monat auf der Tour wirkt Haas desillusioniert wie lange nicht mehr. "Ich bin ziemlich niedergeschlagen. Die ersten Wochen nach meiner Rückkehr ins Tennisgeschäft waren ernüchternd und enttäuschend. Ich sehe, dass ich einen steinigen, extrem schwierigen Weg vor mir habe", betonte Haas und offenbarte, bald wieder einen festen Trainer zu haben: "Ich brauche jemanden, an meiner Seite.

Die Verhandlungen stehen kurz vor dem Abschluss, aber der Name bleibt noch geheim."


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