Donnerstag, 06.03.2008

Heißes Duell zwischen Stoner und Rossi

Finstere Aussichten: Nur drei 125er WM-Piloten

Doha - Tiefpunkt und Premiere: Die deutsche Zukunft im Motorrad-Rennsport ist schon vor dem ersten Flutlichtrennen in der Geschichte der Motorrad-Weltmeisterschaft in Doha (Katar) finster.

Sandro Cortese
© DPA

Erstmals ist kein deutscher Pilot in den lukrativen Klassen bis 250 ccm oder gar MotoGP vertreten. Die verbliebenen letzten drei "Mohikaner" Stefan Bradl (Zahling), Sandro Cortese (Berkheim) und Robin Lässer (Isny) gehen in der 125-ccm-Kategorie an den Start, wollen dort aber für positive Schlagzeilen sorgen. Die Voraussetzungen dafür sind zumindest bei Bradl und Cortese (im Bild) gegeben.

"Eine Katastrophe"

"Kein Deutscher in den oberen Klassen, das ist eine Katastrophe", meint Dirk Raudies, der 1993 als bislang letzter Deutscher einen WM-Titel gewann.

"Ich bin gespannt auf Bradl und Cortese. Sie haben beide Werksmaterial, neue Technikcrews und bei den Tests ansprechende Leistungen gezeigt. Drei bis vier Rennen sollte man ihnen Eingewöhnungszeit geben, dann sieht man, wohin die Reise geht", sagt Raudies, der beim Spartensender "Eurosport" als Experte alle Saisonrennen live kommentieren wird.

Raudies glaubt an Podestplätze

Wie viele andere auch glaubt Raudies in dieser Saison an Podestplätze des Duos, will auch den ein oder anderen Sieg nicht ausschließen: "Bradl kann sich im Rennen extrem steigern und hat auch noch einen anderen Vorteil im Vergleich zu Cortese: Er ist aus der deutschen und spanischen Meisterschaft schon siegerfahren. Sandro hingegen hat Probleme, seine Trainingsergebnisse im Rennen umzusetzen. Aber er müsste mittlerweile so reif sein, um mit dem Druck umzugehen. Ich bin eigentlich bei beiden optimistisch."

Debütant Lässer dagegen dürfte keine Rolle spielen. "Er muss sich erstmal an das raue WM-Klima gewöhnen", rät der Schwabe.

Geheimfavorit Smith 

Ob den beiden deutschen Hoffnungsträgern gleich beim Flutlichtrennen in Doha ein Licht aufgeht, ist aber fraglich. Die Tests bestimmten jedenfalls andere.

Allen voran der Brite Bradley Smith, den so mancher als Geheimfavorit auf der Rechnung hat. Titelverteidiger Gabor Talmacsi aus Ungarn aber muss mit der Last des Gejagten leben und sollte von allen die besten Voraussetzungen haben.

Nach dem Karriereende von Dirk Heidolf (Hohenstein-Ernstthal) ist die Viertelliterklasse - einst eine deutsche Erfolgsgeschichte - verwaist. "Das hat auch etwas damit zu tun, dass es bei uns in der Meisterschaft keine 250-ccm-Klasse mehr gibt. Einsteigern, die körperlich zu groß für die Achtelliterklasse sind, haben so keine Chance im Zweitaktbereich. Das rächt sich jetzt", meint Raudies.

Heidolf schließt Comeback nicht aus 

Allerdings hat Heidolf Angebote vorliegen, für verletzte Fahrer einzuspringen. Katar kommt für den Sachsen aber noch zu früh, weil er nicht einen Testkilometer gefahren ist. Ein Comeback schließt er aber nicht ganz aus.

Als Nachfolger von Weltmeister Jorge Lorenzo (Spanien), der in die MotoGP-Klasse als Teamkollege von Valentino Rossi (Italien) aufgestiegen ist, wird der Spanier Alvaro Bautista gehandelt. Hector Barbera (Spanien) und Mika Kallio (Finnland) sind ebenfalls besonders chancenreich.

Rossi ist heiß

In der "Königsklasse" MotoGP stehen Titelverteidiger Casey Stoner (Australien) und Rossi im Blickpunkt. Der Italiener hat nach zwei mageren Jahren durch einen neuen Reifenlieferanten seinen Kampfgeist wieder entdeckt.

Doch mit Lorenzo ist ausgerechnet im eigenen Stall ein harter Kontrahent erwachsen, der dem Superstar Paroli bietet und in den Tests zum Teil besser war.

Stoner dagegen sieht dem Saisonstart gelassen entgegen. Form und Beständigkeit des Materials sprechen für den Ducati-Piloten.


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