Donnerstag, 06.03.2008

Sportpolitik

450.000 Euro für UN-Sonderberater Sport

Berlin - Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat Grünes Licht für die Finanzierung eines deutschen "UN- Sonderberaters für Sport im Dienste von Frieden und Entwicklung" gegeben.

Bedingung ist, dass sich der Bremer SPD-Politikers Willi Lemke mit seiner Bewerbung durchsetzt. Wie der CDU-Bundestagsabgeordnete Norbert Barthle erklärte, sei die Bereitstellung von 450.000 Euro mit großer Mehrheit bei einer Gegenstimme der FDP beschlossen worden.

"Wir gehen davon aus, dass sich damit die Chancen für Willi Lemke deutlich erhöhen und hoffen, dass er nun in dieses Amt berufen wird", sagte Barthle. Der ehemalige Werder-Manager Lemke könnte in Brasiliens Fußball-Idol Pele allerdings einen prominenten Gegenkandidaten bekommen.

Nachfolger von Ogi gesucht

Das Auswärtige Amt hatte bereits Ende 2007 den langjährigen Bremer Senator Lemke als Nachfolger von Adolf Ogi (Schweiz) vorgeschlagen, der 2001 zum ersten Sport-Sonderberater bestellt worden war.

450.000 Euro werden erstmalig aus Bundesmitteln bereitgestellt, damit der 61-jährige Lemke von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ernannt werden kann.

Finanziert werden sollen damit drei Mitarbeiter im Genfer Büro, Reise- und Betriebskosten sowie eine monatliche Aufwandsentschädigung von 3720 Euro für den UN-Sonderberater. Die Bundesförderung solle vorerst bis Ende 2011 fortgesetzt werden.

Lemke müsste Senatorenamt aufgeben 

Die deutsche finanzielle Unterstützung für die Position sei ein wesentlicher Punkt für die Entscheidung des Generalsekretärs, heißt es in einer Ausschussvorlage des Auswärtigen Amtes.

Ob Pele eine ähnliche Unterstützung der brasilianischen Regierung erhalten würde, gilt als unsicher. Ein "deutscher Amtsinhaber" könne laut Ausschussvorlage "auch ein Fürsprecher unserer sportpolitischen Interessen sein" und das Bewerbungsprojekt Münchens für Olympische Winterspiele 2018 befördern.

Im Falle seiner Ernennung werde Lemke "sein Senatorenamt aufgeben, sein Abgeordnetenmandat in der Bremischen Bürgerschaft behalten", schreibt das Auswärtige Amt.

"Ein fader Beigeschmack" 

Der Sonderberater - neben Lemke und Pele hat noch ein Politiker aus Sierra Leone sein Interesse angemeldet - bekommt von den Vereinten Nationen einen sogenannten Ein-Dollar-Vertrag und ist damit Bediensteter der UN.

Er vertritt den Generalsekretär bei den internationalen Sportorganisationen und koordiniert den Beitrag des Sports zu den entwicklungspolitischen und friedensbewahrenden Aktivitäten der Weltgemeinschaft.

Für die FDP-Bundestagsfraktion kritisierte deren sportpolitischer Sprecher Detlef Parr die Entscheidung: "Es hat einen faden Beigeschmack, dass 450.000 Euro Steuergelder in die Finanzierung der Position fließen sollen."

Deutschland sei drittgrößter Beitragszahler der UNO und trage knapp zehn Prozent des Gesamtetats. Deshalb sei es unverständlich, dass das Auswärtige Amt Lemkes Bewerbung zusätzlich subventioniere, sagte Parr.


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