Dienstag, 12.02.2008

Trotz früherer Doping-Sünden

Sprinter Chambers für Hallen-WM nominiert

London - Der frühere Doping-Sünder Dwain Chambers ist vom britischen Verband für die Hallen-WM in Valencia nominiert worden. Der 29-Jährige wird bei den Titelkämpfen in Spanien vom 6. bis 9. März über die 60 Meter starten.

Leichtathletik, Chambers
© DPA

Das Nominierungskomitee des britischen Verbandes UK Athletics betonte, es habe seine Entscheidung nur "widerwillig" getroffen. Man habe Chambers aufgrund seiner Leistung aufgestellt. Allerdings sei es mit Blick auf die Olympischen Spiele in Peking extrem frustrierend, dass Chambers jungen Athleten einen Platz wegnehme.

Ursprünglich hatte UK Athletics angekündigt, Chambers nicht zu nominieren, da er im vergangenen Jahr einen Abstecher in den American Football gemacht und sich damit nicht mehr dem Doping-Kontrollsystem der Leichtathletik unterworfen hatte.

Kritik aus dem eigenen Lager 

Der 100-Meter-Europameister von 2002 musste seine Goldmedaille später wegen eines positiven Tests zurückgeben. Nach Ablauf seiner Doping-Sperre holte Chambers Gold mit der 4 x 100 Meter-Staffel bei der EM 2006 in Göteborg.

Bei den Olympischen Sommerspielen in Peking kann er auf keinen Fall starten, da er vom Britischen Nationalen Olympischen Komitee (BOA) auf dieser Ebene wegen seines Dopingvergehens auf Lebenszeit gesperrt ist. Chambers war im Zuge der Balco-Affäre ertappt worden uns darf erst seit Juni 2006 wieder laufen.

Kritik an Chambers kommt auch aus dem eigenen Lager. Kelly Holmes, Olympiasiegerin über 800 und 1500 m von Athen, sagte: "Er sollte nicht laufen, weil man immer auch sein Land repräsentiert. Ich denke nicht, dass es uns in einem guten Licht erscheinen lässt, wenn ein Land einen geständigen Betrüger erlaubt, es zu vertreten."


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