Dienstag, 19.02.2008

Nach dem Doping-Skandal um Marion Jones

Coe warnt vor Konsequenzen

Melbourne - Der Sport würde nach Meinung von Doppel-Olympiasieger Sebastian Coe einen zweiten Dopingfall Marion Jones kaum überleben.

"Wenn die Zuschauer und das Publikum auch nur für einen Moment glauben, dass da irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht, dann können wir gleich aufhören und alle Wrestling anschauen", sagte der Brite in Melbourne, zwei Tage vor dem Leichtathletik-Grand-Prix in der australischen Millionenstadt.

Der 51 Jahre alte frühere Weltklasse-Mittelstreckler ist auch Chef des Organisationskomitees für die Olympischen Spiele 2012 in London.

Schaden durch Betrugssystem 

US-Sprinterin Marion Jones hatte mit ihrem Dopinggeständnis für einen weiteren großen Skandal gesorgt; sie verlor im Vorjahr alle ihre Olympia-Medaillen von Sydney 2000 und wurde wegen Falschaussage sogar zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt.

Ihr Fall habe gezeigt, bemerkte Coe, "welchen Schaden ein oder zwei Leute in einem abgestimmten Betrugssystem" dem Sport zufügen können. "Noch einmal fünf Jahre, wie wir sie jetzt durchgemacht haben, darf es nicht geben. Ich bin mir nicht sicher, ob der Sport das überleben würde."

Doping-Betrüger müssten bei den Olympischen Spielen in der britischen Hauptstadt mit harten Gegenmaßnahmen rechnen. "In London haben wir eine ganz klare Vorgabe - wir werden die Null-Toleranz-Spiele sein", kündigte Coe an, der als einziger 1500-Meter-Läufer zweimal Olympia-Gold (1980 und 1984) erobert hatte. Der Engländer war 1979 auch im Besitz des Weltrekordes auf dieser Mittelstrecke.


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